St. Pölten ist Niederösterreichs Radhauptstadt 2026

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die Landeshauptstadt hat bei der dritten Radhauptstadt-Zertifizierung mit 75,7 Punkten und vier Sternen den Landessieg geholt. 37 niederösterreichische Städte und Gemeinden wurden für ihre Radverkehrsförderung ausgezeichnet.

St. Pölten wurde erstmals zur Radhauptstadt Niederösterreichs gekürt. Die Stadt erreichte bei der Zertifizierung 75,7 Punkte und vier Sterne – die höchste Gesamtbewertung aller teilnehmenden Kommunen. Das gab Verkehrslandesrat und LH-Stellvertreter Udo Landbauer bei einem Festakt in der HYPO NOE Zentrale bekannt, bei dem insgesamt 37 Städte und Gemeinden für ihre Fortschritte im Radverkehr ausgezeichnet wurden.

Die Zertifizierung wurde nach 2022 und 2024 heuer zum dritten Mal durchgeführt. Neben dem Landessieger wurden auch fünf Regionssieger geehrt: St. Valentin (Mostviertel), Horn (Waldviertel), Korneuburg und Stockerau ex aequo (Weinviertel) sowie Wiener Neudorf (Industrieviertel). Die Stadtgemeinde Strasshof an der Nordbahn erhielt den Titel „Aufsteiger des Jahres 2026“.

Bewertung nach einheitlichem Punktesystem

Die Radfreundlichkeit wurde anhand einer Online-Befragung ermittelt, die Infrastruktur, Planung, Organisation, Öffentlichkeitsarbeit und bewusstseinsbildende Maßnahmen umfasste. Neun Städte schafften die Höchstwertung von vier Sternen, viele weitere konnten sich gegenüber 2024 verbessern.

Susanna Hauptmann, Geschäftsführerin der Radland GmbH, betonte bei der Übergabe der Zertifikate und Pokale: „Die Ergebnisse zeigen, dass viele Städte und Gemeinden konkrete Maßnahmen setzen, um den Radverkehr vor Ort attraktiver und alltagstauglicher zu gestalten.“ Mit Mobilitätsland NÖ würden die Angebote von Radland NÖ, nextbike NÖ und Mobilitätsmanagement Niederösterreich gebündelt, um Gemeinden zentral zu unterstützen.

30 Kilometer neue Radwege und 1.500 Abstellplätze

Die teilnehmenden Städte haben konkrete Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt: Rund 30 Kilometer neue Radfahranlagen wurden errichtet, sechs Kilometer Einbahnen und etwa ein Kilometer Fußgängerzonen für Radfahrende geöffnet. Hinzu kommen rund sechs Kilometer Fahrradstraßen, knapp drei Kilometer Begegnungszonen sowie 1.500 Radabstellplätze, rund 30 E-Bike-Ladestationen und 20 Radservicestationen.

Auch bewusstseinsbildende Aktionen wie Radreparaturtage, bei denen Fahrräder auf Verkehrssicherheit geprüft wurden, flossen in die Bewertung ein.

Preise für Sieger und Aufsteiger

Als Landessieger und Regionssieger der Hauptregion NÖ-Mitte erhält St. Pölten einen Fahrradstützpunkt und einen Pop-up-Radservicetag des ÖAMTC. Oliver Krupitza, ÖAMTC-Landesdirektor für Wien, Niederösterreich und Burgenland, erklärte, der Stützpunkt biete mit Werkzeugen, Luftpumpe und Radhalterung alles für kleinere Reparaturen unterwegs.

Strasshof an der Nordbahn machte den größten Sprung gegenüber 2024 und gewinnt als „Aufsteiger des Jahres 2026“ zwei Teststationen des Radverleihsystems nextbike NÖ, die 2027 in Betrieb gehen.

Die fünf Regionssieger wurden mit Pokalen und jeweils einem E-Bike-Kurs des ÖAMTC ausgezeichnet:

  • Industrieviertel: Wiener Neudorf, vier Sterne – zum zweiten Mal in Folge Regionssieger
  • Mostviertel: St. Valentin, drei Sterne – erstmals Regionssieger
  • Waldviertel: Horn, drei Sterne – zum dritten Mal in Folge Regionssieger
  • Weinviertel: Korneuburg und Stockerau, jeweils drei Sterne – ex aequo auf Platz 1

Alle teilnehmenden Städte erhielten ein Zertifikat und einen individuellen Abschlussbericht mit dokumentierten Maßnahmen und Verbesserungsvorschlägen. Klosterneuburg, Schwechat und Bruck an der Leitha gewannen eine Radzeit.Karte, die Entfernungen zwischen Gemeindeeinrichtungen in Rad-Minuten statt Metern darstellt.

Die nächste Zertifizierungsrunde ist für 2028 geplant. Weitere Informationen gibt es auf www.radhauptstadt.at.

Quelle: OTS

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