Staatsanwaltschaft ermittelt nach Flugzeugabsturz im Attersee

Mona HopfingerMona Hopfinger
Flugzeugwrack am Grund eines Sees, Bergkulisse, Kran auf schwimmender Plattform, 163m Tiefe.
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach der Bergung des Flugzeugwracks aus dem Attersee hat die Staatsanwaltschaft Wels Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Die beiden Leichen werden nun obduziert, ein Sachverständiger soll die Unfallursache klären, so der ORF.

Die Staatsanwaltschaft Wels hat nach dem tödlichen Flugzeugabsturz im Attersee ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eröffnet. Der Verdacht richte sich derzeit gegen unbekannte Täter, erklärte Sprecher Weber. Ein Sachverständiger wurde beauftragt, gemeinsam mit einer Kommission ein Gutachten zur Unfallursache und eine umfassende Analyse zu erstellen.

Sowohl das Wrack als auch die Leichen werden nun kriminaltechnisch untersucht. Wo die Obduktionen und DNA-Untersuchungen durchgeführt werden, konnte Weber zunächst nicht mitteilen. Das geborgene Flugzeug befindet sich mittlerweile bei der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes in Wien.

Die Stelle ist gesetzlich verpflichtet, Unfälle und Störungen in der Luftfahrt sowie bei Schienen, Schifffahrt und Seilbahnen zu untersuchen. Dort soll das Wrack gemeinsam mit einer Kommission detailliert analysiert werden. Im Zentrum steht die Frage, weshalb die Maschine während des Schulungsfluges plötzlich abstürzte.

Aufwendige Bergung aus 163 Metern Tiefe

Das Wrack wurde am Montag nach einem aufwendigen Einsatz aus dem See gehoben. Wasserrettung, Feuerwehr und Polizei hatten die Aktion drei Tage lang vorbereitet. Das Flugzeug lag in 163 Metern Tiefe – an einer der tiefsten Stellen des Attersees. Mehrere Versuche, mit Tauchrobotern eine Bergeleine am Wrack zu befestigen, waren zuvor fehlgeschlagen.

Zum Einsatz kamen schließlich zwei Spezialtaucher – ein Oberösterreicher und dessen Tauchlehrer aus Deutschland. Am Montagvormittag stiegen sie bei Steinbach am Attersee (Bezirk Vöcklabruck) ab und erreichten das Wrack laut Wasserrettung binnen 15 Minuten, bevor sie die Bergeleine am Flugzeug befestigten. Über eine Plattform auf dem See zog eine Seilwinde das Wrack schrittweise an die Oberfläche, am Nachmittag hob ein mobiler Kran es schließlich an Land.
Umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen begleiteten den Tauchgang: Reserveflaschen wurden in verschiedenen Tiefen deponiert, zusätzliche Taucher standen unterstützend bereit. Nach dem Einsatz sprach die Wasserrettung von einem reibungslosen Ablauf. Entlang des Ufers verfolgten zahlreiche Schaulustige die Bergung, die Polizei sperrte den Bereich großräumig ab.

Kontakt plötzlich abgebrochen

Bei einem Schulungsflug über dem Attersee war das zweisitzige Kleinflugzeug bereits vergangenen Mittwoch abgestürzt. An Bord waren eine 19-jährige Flugschülerin und ihr 24-jähriger Fluglehrer aus Deutschland. Wie Daten von Flightradar24 zeigen, brach der Kontakt zur Maschine gegen 11.23 Uhr plötzlich ab.
Augenzeugen zufolge habe das Flugzeug kurz vor dem Absturz rasch an Höhe verloren. Nach wie vor ungeklärt ist die Unglücksursache – das sollen die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei in den kommenden Wochen zeigen.

Quelle: https://ooe.orf.at/stories/3369318/

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