Stadtplanung mit Tieren: Förderung der Biodiversität

Mona HopfingerMona Hopfinger
Spatz lugt aus einem Loch in einer hellen Hauswand
© Christine Jakoby, Andrew Fairbairn, Leonie Lux, Susann Ahn, TU Wien

An der TU Wien wird erprobt, wie Lebensräume für Wildtiere von Beginn an in Bauprojekte einfließen können.

Städte sind nicht nur für Menschen da – sie bieten auch zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Thomas Hauck, Professor für Landschaftsarchitektur und -planung an der TU Wien, arbeitet daran, deren Ansprüche bereits in frühen Planungsphasen zu verankern. Wir fördern damit Biodiversität und ermöglichen Stadtbewohnern Naturerlebnisse, obwohl sie rund 90 Prozent ihrer Zeit in der Stadt verbringen, erklärt Hauck. Auch ethische Fragen zum Umgang mit Tieren und natürlichen Lebensräumen würden zunehmend wichtiger.

Zielarten bestimmen den Entwurf

In Lehrveranstaltungen und Seminaren testet Hauck mit Architektur-Studierenden, wie sich Biodiversität praktisch umsetzen lässt. Die Methode Animal-Aided Design behandelt wildlebende Tiere nicht bloß als Schutzobjekte, sondern berücksichtigt ihre Bedürfnisse als eigenständige Planungskriterien. Zu Projektbeginn werden passende Zielarten ausgewählt – abhängig von Standort, Artansprüchen und Integrationsmöglichkeiten.

Für diese Arten analysiert das Team die Anforderungen über den gesamten Lebenszyklus: Nahrung, Fortpflanzungsstätten, Rückzugsorte und Vernetzung der Lebensräume. „Ein Wohnhaus oder eine Siedlung muss deshalb nicht ungebaut bleiben. Bauvorhaben werden so gestaltet, dass sie zugleich Lebensräume schaffen“, so Hauck. Vegetation verbessere nebenbei Stadtklima und Wasserhaushalt – entscheidend sei dabei die ökologische Qualität, nicht nur die Menge an Grün.

Vernetzung über Disziplinen hinweg

Erfolg hängt von inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit ab. Hauck setzt auf Kooperation zwischen Universitäten, Stadtverwaltung, Architekten, Landschaftsarchitekten, Wohnbauunternehmen, Politik und Investoren. „Nur gemeinsam lassen sich Konzepte für das Zusammenleben von Menschen und wildlebenden Tieren in urbanen Räumen planen und umsetzen“, betont der Forscher.

Neben seiner Professur ist Hauck Mitbegründer des Berliner Studio Animal-Aided Design, das die Methode international in die Planungspraxis bringen will. Das Startup hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Projekte in Deutschland und der Schweiz realisiert.

Veranstaltung im November

Am 25. November 2026 von 17.30 bis 19.30 Uhr findet im Hörsaal 6 des TU-Hauptgebäudes (Karlsplatz 13, 1040 Wien) die Veranstaltung „Designing Cities with Animals: The Promise and Challenges of Animal-Aided Design“ statt. Anmeldung und weitere Informationen unter viennaanimalstudies.com.

Hauck leitet gemeinsam mit Professorin Susann Ahn den Forschungsbereich für Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung an der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien. Sein Schwerpunkt liegt auf dem Entwerfen von Stadtnaturen und Konzepten der Co-Habitation.

Quelle: https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/news/tiere-als-stakeholder-in-der-stadtplanung

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