Steegen erhielt 1989 sein Gemeindewappen mit Steg und Hufeisen

Die oberösterreichische Gemeinde Steegen führt seit Mai 1989 ein offizielles Wappen. Es zeigt drei silberne Hufeisen und einen goldenen Steg auf grünem Grund – Symbole, die sowohl die Geschichte als auch den landwirtschaftlichen Charakter des Ortes widerspiegeln.
Das Oberösterreichische Landesarchiv unterstützte die Gemeinde Steegen bei der Entwicklung ihres Wappens. Gemeindesekretär Walter Scheuringer stellte ortsgeschichtliche Unterlagen zur Verfügung, die mehrere Ansatzpunkte für die Gestaltung lieferten. Bei der Entwicklung wurden Grundsätze wie einfache, einprägsame Symbole beachtet, die sowohl aus der Ferne als auch in verkleinerter Form gut erkennbar sind.
Ortsnamen als redendes Wappen
Der Ortsname Steegen, der seit dem 13. Jahrhundert in schriftlichen Quellen belegt ist, wurde zum zentralen Motiv. Die moderne Namenforschung leitet ihn vom mittelhochdeutschen Wort „stec“ für Steg ab. Dies verweist auf die Lage der hochmittelalterlichen Siedlung an einem Gewässer, vermutlich dem heutigen Steegenbach, und auf eine namengebende Brückenfunktion im damaligen Altstraßennetz.
Steegerhof und Familie Eisterer prägten die Geschichte
Als zweites Motiv drängte sich der ehemalige Adelssitz Steegerhof auf. Er war bis 1848 Mittelpunkt einer Grundherrschaft und beherbergt seit 1957 das Institut St. Pius der Caritas der Diözese Linz. Das Heim für schwerbehinderte Kinder und Jugendliche macht Steegen weit über den Bezirk Grieskirchen hinaus bekannt.
Die Gemeindevertretung schlug vor, auf Wappensymbole zurückzugreifen, die auf einem Notgeldschein aus dem Jahr 1920 mit der Familie Eisterer in Verbindung gebracht wurden. Der Geldschein zeigte einen Schrägbalken mit drei Hufeisen sowie den Namen „Eisterer“ und die Jahreszahl „1826“.
Die Landwirts- und Müllerfamilie Eisterer hatte im 19. Jahrhundert den Steegerhof erworben, nachdem die Fürsten Batthyany-Strattmann ihn 1825 aus ihrer Hauptherrschaft Peuerbach ausgeschieden hatten. Johann Nepomuk Eisterer (1854–1931) war von 1885 bis 1897 und von 1900 bis 1919 Bürgermeister von Steegen. Von 1906 bis 1918 gehörte er dem Reichsrat und von 1907 bis 1918 dem oberösterreichischen Landtag als katholisch-konservativer beziehungsweise christlichsozialer Politiker an.
1930 vermachte er den Steegerhof dem Diözesan-Hilfsfonds und führte ihn damit wohltätigen Zwecken zu. Diese Entscheidung legte den Grundstein für die Errichtung des Instituts St. Pius nach dem Zweiten Weltkrieg. Die drei Hufeisen versinnbildlichen zudem den bis heute vorwiegend landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde.
Gestaltung und offizielle Beschreibung
OSR Hermine Stelzer aus Peuerbach gestaltete im Auftrag der Gemeinde das Wappen. In heraldischer Fachsprache wird es beschrieben als: „In Grün drei silberne (= weiße), eins zu zwei gestellte Hufeisen, darüber ein goldener (= gelber), erhöhter, schräglinker (= gesehen aus der Sicht des Schildträgers) Steg“.
Als Gemeindefarben wurden Grün und Gelb genehmigt. Der Gemeinderat und die oberösterreichische Landesregierung beschlossen das Wappen im Mai 1989.
Quelle: https://www.steegen.at/Das_Wappen_der_Gemeinde_Steegen_von_Univ_Prof_Dr_Siegfried_Haider_1
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