Steiermark diskutiert Gebühren gegen hohen Wasserverbrauch

In der Steiermark wird anhaltend viel Wasser für Rasen, Autos und Pools verbraucht. Mehrere Gemeinden denken über Gebühren und Lenkungsmaßnahmen nach, um den Verbrauch zu senken, so der ORF.
Die Abteilung Wasserwirtschaft Steiermark meldet einen anhaltend hohen Wasserverbrauch. Rasenflächen werden gesprengt, Fahrzeuge gewaschen und Schwimmbecken aufgefüllt.
Gleisdorf verzeichnet Rekordverbrauch
In Gleisdorf ist der Wasserverbrauch so hoch wie noch nie in der Stadtgeschichte. Bürgermeister Christoph Stark (ÖVP) führt dies auf Zuzug und Wirtschaft zurück, aber auch auf das Klima. Die Trinkwasserversorgung sei zwar gesichert, dennoch wünscht er sich einen bewussteren Umgang.
„Noch nie war der Wasserverbrauch für das Besprenkeln von Grünanlagen und Gärten so hoch wie jetzt, und das lässt sich messen. Und genau an dieser Schraube sollten wir drehen, weil ich denke, dass ist das Gebot der Stunde, diesen Verbrauch so weit wie möglich zu reduzieren“, so Stark. Konkrete Lenkungsmaßnahmen seien aber noch nicht geplant.
Ardning verlangt Poolgebühr
In Ardning im Bezirk Liezen wird seit heuer eine Poolgebühr für Mehrverbrauch eingehoben. Pro Schwimmbecken werden rund 60 bis 80 Euro fällig. Etwa 50 Pools hängen am Versorgungsnetz, die Befüllung muss gemeldet werden.
Bürgermeister Reinhard Metschitzer (SPÖ) geht weiter: In Trockenperioden ist das Gießen von Rasen, das Waschen von Autos und Vorplätzen untersagt. „Das wird auch kontrolliert von uns, Blumengießen wird es immer geben müssen, auch Obst und Gemüse wird gegossen“, erklärt er.
Graz erwägt höhere Gebühren
Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) überlegt, die Wasserverbrauchsgebühren zu erhöhen. „Hier korrigierend einzugreifen, ist notwendig, um das Bewusstsein herzustellen, dass ein übertriebener Wasserverbrauch in Trockenperioden nicht sehr sinnvoll und nicht solidarisch ist“, so Kahr.
Land denkt über Förderkürzungen nach
Gemeinden können Aufschläge für hohen Wasserverbrauch verlangen, diese Möglichkeit werde aber erst fallweise genutzt, heißt es aus der Gemeindeabteilung des Landes. Landesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP) hält ein anderes Lenkungsinstrument für vorstellbar: Gemeinden und Wasserverbänden, die einen zu niedrigen Wasserzins verlangen, könnten Förderungen gestrichen werden.
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