Steiermark kürzt Community Nursing auf drei Stellen

Mona HopfingerMona Hopfinger
Community Nursing: Pflegerin mit Schere durchtrennt Verbindung zu Häusern, Spardose in Österreich
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Land Steiermark überführt Community Nursing ab 2027 in die Regelversorgung. Statt bisher rund 10,5 Vollzeitstellen werden künftig nur noch drei finanziert. Gemeinden müssen zusätzliche Angebote selbst bezahlen.

Community Nursing wird in der Steiermark ab 2027 dauerhaft in die Regelversorgung aufgenommen. Die Entscheidung bringt jedoch massive Kürzungen mit sich: Von derzeit etwa 10,5 Vollzeitäquivalenten bleiben lediglich drei Stellen übrig. Für zahlreiche Gemeinden und deren Bewohner bedeutet dies einen erheblichen Einschnitt in der Versorgung.

Die Grünen Steiermark kritisieren die Ausgestaltung scharf. Klubobfrau Sandra Krautwaschl bezeichnet die Reduktion als Kahlschlag: „Community Nursing wirkt dort, wo gute Pflege beginnen sollte: früh, nah bei den Menschen und bevor es überhaupt stationäre Betreuung braucht. Dieses Angebot jetzt auf drei Stellen zusammenzustreichen, ist ein Kahlschlag.“

Gemeinden sollen Kosten selbst tragen

Besonders problematisch sei laut den Grünen, dass Gemeinden bestehende Angebote künftig aus eigener Tasche finanzieren müssen, wenn sie diese weiterführen wollen. Krautwaschl warnt: „Viele Gemeinden kämpfen ohnehin um jeden Euro. Ihnen jetzt zu sagen: 'Wenn ihr eure Community Nurse behalten wollt, zahlt sie selbst!', heißt im Klartext: Pech gehabt.“ Das Land schiebe damit seine Verantwortung ab.

In vielen steirischen Gemeinden haben sich Community Nurses als feste Anlaufstelle etabliert. Sie beraten Menschen und unterstützen sie dabei, möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben zu können. Ihr Ansatz setzt bereits an, bevor Pflege überhaupt notwendig wird.

Angebot bereits um 40 Prozent geschrumpft

Eine schriftliche Anfrage der Grünen an die Landesregierung zeigt das Ausmaß der Kürzungen. Die Antwort von Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl belegt einen deutlichen Rückgang. Innerhalb eines Jahres ist das Angebot damit um mehr als 40 Prozent geschrumpft. Mit dem Regelbetrieb würde es noch einmal um mehr als zwei Drittel reduziert.

Grüne fordern Debatte im Landtag

Sandra Krautwaschl sieht in der Kürzung nicht nur ein soziales, sondern auch ein finanzielles Problem: „Die Landesregierung kürzt genau dort, wo Menschen früh Hilfe bekommen und länger selbstständig bleiben können. Das ist gesundheitspolitisch kurzsichtig und am Ende auch die teuerste Variante.“

Die Grünen haben beantragt, die Anfragebeantwortung im Landtag zu behandeln. Das Thema soll in der Oktober-Sitzung diskutiert werden. Krautwaschl erwartet klare Antworten vom Landesrat: „Landesrat Kornhäusl muss sich im Landtag erklären, was genau er sich dabei gedacht hat.“

Die Grünen setzen sich weiterhin dafür ein, dass Pflege früh und in der Nähe der Menschen ansetzt. Ob jemand frühzeitig Unterstützung erhält, dürfe nicht vom Budget der eigenen Gemeinde abhängen, so die Partei.

Quelle: https://zukunftsteiermark.at/community-nursing-kuerzung-steiermark

Worüber spricht Graz morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.