Steiermark: weniger Krippenplätze vollzeittauglich

Mona HopfingerMona Hopfinger
Kinderbetreuungs-Notstand Steiermark: Rückgang der Stundenanzahl und der Auslastung von Kindergärten.
© Mit KI (Gemini) generiert

Eine aktuelle Analyse des Momentum Instituts zeigt einen massiven Rückgang bei der Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Beruf in der Steiermark. Während andere Bundesländer aufholen, sinkt die Quote vollzeittauglicher Plätze für Kleinkinder auf 33 Prozent.

Die Steiermark verzeichnet den stärksten Rückgang bei vollzeittauglichen Kinderbetreuungsplätzen in ganz Österreich. Das zeigt eine neue Analyse des Momentum Instituts zur Kinderbildung und -betreuung. Vor sechs Jahren verfügten noch 47 Prozent der betreuten Kleinkinder über einen Platz, der sich mit einem Vollzeitjob vereinbaren lässt. Aktuell sind es nur mehr 33 Prozent.

Als vollzeittauglich gilt ein Betreuungsplatz nach dem VIF-Indikator (Vereinbarkeit von Beruf und Familie), wenn er mindestens 47 Wochen im Jahr und mindestens 45 Stunden pro Woche von Montag bis Freitag geöffnet ist. Zusätzlich muss die Einrichtung an vier Tagen mindestens 9,5 Stunden offen haben und ein Mittagessen anbieten.

Andere Bundesländer holen auf – Steiermark fällt zurück

Während die meisten Bundesländer bei den Unter-Dreijährigen Fortschritte erzielten, entwickelt sich die Steiermark in die entgegengesetzte Richtung. Niederösterreich hat seine Quote im selben Zeitraum fast verdoppelt, Wien erreicht fast 90 Prozent.

„Seit Jahrzehnten gibt es in der Steiermark viel zu wenige Plätze in Kinderkrippen und Kindergärten, und unter Blau-Schwarz geht in Sachen Vereinbarkeit von Beruf und Familie rein gar nichts weiter“, kritisiert Veronika Nitsche, Familiensprecherin und Landtagsabgeordnete der Grünen.

Ländliche Bezirke besonders betroffen

Besonders dramatisch ist die Situation in den steirischen Bezirken abseits der Städte. Fünf der 20 österreichischen Bezirke mit dem geringsten Anteil vollzeittauglicher Plätze für Kleinkinder befinden sich in der Steiermark. In Murau beträgt die Quote lediglich 3,4 Prozent, in Liezen 4,8 Prozent.

„Jedes Kind hat die gleichen Bildungschancen verdient – von Anfang an und egal, wo es zuhause ist und wieviel seine Eltern verdienen. Die Landesregierung darf die Familien nicht länger im Stich lassen“, so Nitsche.

Landesbudget 2027 sieht Kürzungen vor

Der Budgetentwurf der Landesregierung für 2027 sieht für Kinderbildung und -betreuung rund 238,3 Millionen Euro vor. Im Jahr davor waren noch 244 Millionen Euro veranschlagt – ein Rückgang von rund sechs Millionen Euro. Die Grünen kritisieren, dass ausgerechnet dort gespart werde, wo der Aufholbedarf am größten sei.

Grüne fordern Ausbauturbo

Die Grünen haben bereits vor einem Jahr einen 6-Punkte-Plan für den Ausbau der Kinderbetreuung vorgelegt. Dieser umfasst unter anderem:

  • einen verbindlichen Ausbauplan mit klaren Zielen
  • finanzielle Unterstützung für die Gemeinden
  • faire Arbeitsbedingungen für Elementarpädagoginnen und -pädagogen
  • hohe Qualität mit kleinen Gruppen
  • einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag
  • Öffnungszeiten, die Vollzeitarbeit möglich machen

„In keinem einzigen Punkt hat die Landesregierung Verbesserungen geschafft. Fortschrittliche Familienpolitik schaut anders aus“, resümiert Nitsche.

Quelle: https://zukunftsteiermark.at/kinderbetreuung-steiermark-schlusslicht

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