Steiermark plant Nächtigungsabgabe von 4,90 Euro

Mona HopfingerMona Hopfinger
Urlaubsabgabe steigt um 75%, Schulden 8,86 Mrd. €
© Mit KI (Gemini) generiert

Die steirische Landesregierung will die Nächtigungsabgabe deutlich anheben. In Hotels und Pensionen soll sie auf 4,90 Euro steigen, auf Campingplätzen auf 3,90 Euro. Die Neos kritisieren den Plan scharf.

Obwohl die Steiermark 2027 mit Rekordeinnahmen von 8,86 Milliarden Euro rechnet, wachsen die Schulden weiter. Die Ausgaben liegen bei 9,45 Milliarden Euro – eine Lücke von 594 Millionen Euro. Bis Jahresende soll der Schuldenstand auf rund 8,86 Milliarden Euro klettern.

Allein die Zinslast beträgt im kommenden Jahr 190 Millionen Euro. Trotz höherer Einnahmen verfehlt das Land die Stabilitätspakt-Grenze um etwa 253,6 Millionen Euro, gemessen am Maastricht-Defizit.

Massive Erhöhung der Tourismusabgabe geplant

Um zusätzliche Einnahmen zu generieren, setzt die Landesregierung auf eine kräftige Anhebung der Nächtigungsabgabe. In Hotels und Pensionen soll die Abgabe von derzeit 2,80 Euro auf 4,90 Euro pro Person und Nacht steigen. Auf Campingplätzen ist eine Erhöhung von 2,20 auf 3,90 Euro vorgesehen.

Das entspricht einem Anstieg um über 75 Prozent. Ein Paar, das zwei Wochen auf einem steirischen Campingplatz urlaubt, müsste durch diese Erhöhung 47,60 Euro mehr zahlen.

Betriebe unter Druck

Für Tourismusbetriebe entsteht dadurch eine schwierige Lage. Geben sie die höhere Abgabe an ihre Gäste weiter, wird der Aufenthalt teurer. Versuchen sie, die Preise stabil zu halten, sinken ihre eigenen Einnahmen.

Besonders kleinere Pensionen, familiengeführte Betriebe und Campingplätze könnten in Bedrängnis geraten. Sie konkurrieren mit anderen Urlaubsregionen und müssen ihre Kalkulation genau abwägen.

Ein Vergleich zeigt: Auf ausgewählten Campingplätzen in Slowenien liegt die Nächtigungsabgabe bei 1,25 Euro pro Person und Nacht, am Kalterer See in Südtirol bei 2 Euro.

Fehlende Planungssicherheit

Viele Urlaubsangebote und Buchungen für 2027 werden schon jetzt berechnet. Wenn die Abgaben noch einmal steigen, wird die Planung noch schwieriger.

Die Landesregierung begründet die Erhöhung mit zusätzlichen Mitteln für den Tourismus und der Stärkung des Landesbudgets.

Neos fordern Reformen statt höherer Abgaben

Die Neos lehnen die geplante Erhöhung ab und wollen sich in den Budgetberatungen 2027 dagegen einsetzen. Die Steiermark brauche Reformen, die die Ausgaben dauerhaft in den Griff bekommen, nicht immer neue Belastungen für Betriebe und Gäste.

Notwendig seien eine effizientere Verwaltung, weniger Doppelgleisigkeiten, eine kritische Überprüfung der Förderstrukturen und klare Prioritäten bei den Ausgaben. Mehr Einnahmen allein lösten das Problem nicht.

Hotels, Pensionen und Campingplätze sicherten Arbeitsplätze, ihre Gäste nutzten auch Gastronomie, Handel und Freizeitangebote. Wer den Tourismus stärken wolle, müsse auch seine Wettbewerbsfähigkeit im Blick behalten. Immer höhere Abgaben seien dafür der falsche Weg.

Quelle: https://steiermark.neos.eu/blog/2026/10/rekordeinnahmen-rekordschulden-und-die-naechtigungsabgabe-solls-richten

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