Steiermark vergibt Atelier-Stipendien für zehn Städte

Aufstrebende Kunstschaffende aus der Steiermark können sich ab sofort für Auslandsstipendien in zehn europäischen und nahöstlichen Städten bewerben. Die Stipendien umfassen bis zu 1.500 Euro monatlich sowie Fahrtkosten.
Die Steiermärkische Landesregierung schreibt im Auftrag von Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) Atelier-Auslandsstipendien für das Jahr 2027 aus. Kunstschaffende und Theoretikerinnen sowie Theoretiker aller Sparten, die in der Steiermark leben oder aus der Steiermark stammen, können sich bewerben. Ziel ist es, internationale Kontakte zu fördern und künstlerische Vorhaben im Ausland zu ermöglichen.
Zur Auswahl stehen zehn Destinationen: Athen, Belgrad, Budapest, Diyarbakir, Leipzig, Prishtina, Rijeka, Skopje, Tirana und Veliko Tarnovo. Die Stipendien laufen jeweils zwei Monate und sind zeitlich nicht veränderbar – die meisten zwischen März und Juni 2027.
Bis zu 1.500 Euro monatlich plus Reisekosten
Neben Arbeits- und Wohnmöglichkeit sowie fachkundiger Betreuung vor Ort erhalten Stipendiatinnen und Stipendiaten eine monatliche Förderung zwischen 1.200 und 1.500 Euro, je nach Destination. Zusätzlich gibt es einen Fahrtkostenzuschuss von maximal 1.000 Euro für An- und Abreise. Das Land legt Wert auf umweltfreundliche Materialien in der Kunstproduktion und empfiehlt klimafreundliche Anreise.
In Athen (April/Mai) bietet die SNEHTA Residency bildenden Künstlerinnen und Künstlern Raum für Auseinandersetzung mit der Stadt. In Belgrad (April/Mai) richtet sich das Programm der Galerija Prototip an bildende Kunst, Kuratorinnen und Kuratoren sowie Architektinnen und Architekten mit Fokus auf Zivilgesellschaft und Kultur.
Das art quarter budapest (Mai/Juni) lädt Künstlerinnen, Kuratoren und Performerinnen in die ehemalige Haggenmacher Brauerei ein. In Diyarbakir (Mai/Juni) unterstützt der Kunstraum Loading recherche-basierte Künstlerinnen und Künstler in der südosttürkischen Stadt an der Schnittstelle zwischen mesopotamischer und anatolischer Zivilisation.
Leipzig für Literatur, Rijeka für Museumsarbeit
Leipzig (März/April) richtet sich speziell an Autorinnen und Autoren: Die Literaturzeitschrift Edit fördert experimentelle Literatur, Lyrik und Essayistik. In Prishtina (April/Mai) betreut die Foundation17 bildende Künstlerinnen, Künstler und Kuratorinnen in der kosovarischen Hauptstadt.
Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Rijeka (Mai/Juni) sucht Künstlerinnen, Kuratoren, Performerinnen und Researcherinnen – auch kleine Kollektive –, die sich mit der jugoslawischen Nachkriegskunst der Sammlung beschäftigen möchten. Der press to exit project space in Skopje (Mai/Juni) konzentriert sich auf Moderne und Postmoderne.
In Tirana (Mai/Juni) arbeitet das Zeta Contemporary Art Center mit dem Tirana Institute of Contemporary Art zusammen und betreut bildende Künstlerinnen, Performer und Researcherinnen. Veliko Tarnovo (Mai/Juni) bietet über das Iatrus-Residenzprogramm Zugang zu den Kunstszenen der historischen und heutigen Hauptstadt Bulgariens.
Bewerbung bis 15. Dezember
Bewerbungen sind ab sofort bis 15. Dezember 2026 per E-Mail an kultur@stmk.gv.at möglich. Die Unterlagen – maximal 20 Seiten – müssen Lebenslauf, Motivationsschreiben mit Ortsbegründung, Beschreibung des künstlerischen Vorhabens und Portfolio enthalten. Bis auf Leipzig sind alle Bewerbungen in deutscher und englischer Sprache einzureichen. Pro Person sind maximal zwei Bewerbungen für unterschiedliche Orte möglich.
Eine Fachjury entscheidet über die Vergabe. Die Stipendien sind als Anwesenheitsstipendien konzipiert und richten sich nicht an Studierende. Versicherungen müssen selbst getragen werden. Spätestens drei Monate nach Ablauf ist ein Bericht samt Dokumentation vorzulegen.
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