Steirische Seilbahnen investieren 76 Millionen Euro

Die Seilbahnbetreiber in der Steiermark stecken heuer rund 76 Millionen Euro in ihre Infrastruktur. Bei der Branchentagung in Obdach wurden zudem Reformen bei Schulskikursen gefordert und Möglichkeiten für gebrauchte Anlagen präsentiert.
Bei der Branchentagung im obersteirischen Obdach gaben die steirischen Seilbahnbetreiber bekannt, heuer etwa 76 Millionen Euro in Erhalt und Ausbau ihrer Anlagen zu investieren. Allein 18,5 Millionen Euro flossen in die neue Achtersesselbahn am Kreischberg im Bezirk Murau – die einzige heuer neu errichtete Seilbahn in der Steiermark.
Rund 190 Seilbahnen und Lifte befördern in der Steiermark derzeit Wintersportler auf die Berge und zu etwa 988 Pistenkilometern. Direkt bei den Betrieben sind etwa 1.300 Menschen beschäftigt, in den Schwesterbranchen entstehen zusätzlich 8.800 Arbeitsplätze. Die gesamte wirtschaftliche Kette generiert eine Wertschöpfung von 530 Millionen Euro, wobei große Teile auf Beherbergung und Gastronomie entfallen. Der Wertschöpfungsmultiplikator liegt bei 4,9.
„Unsere Branche ist der Nahversorger des Tourismus, und die Seilbahnen sind ein unverzichtbares und nachhaltiges Verkehrsmittel auf den Berg“, erklärte Oliver Käfer, Geschäftsführer der Fachgruppe Seilbahnen in der steirischen Wirtschaftskammer.
Förderung für kleinere Skigebiete
Daniel Berchthaller, Geschäftsführer der Reiteralm und Obmann der steirischen Seilbahnen in der Wirtschaftskammer, betonte die Bedeutung kleiner Skigebiete: „Wir wollen die kleinen Skigebiete in der Steiermark stärken. Sie sorgen für Nachwuchs und bringen Wertschöpfung in den Regionen.“
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Qualitätsoffensive „Hochweiß“ des Landes Steiermark. Der mit einer Million Euro dotierte Fördertopf unterstützt Investitionen in kleine und mittlere Ski- und Langlaufgebiete. Berchthaller bezeichnete diese Förderung als überlebensnotwendige Unterstützung, um die Infrastruktur auf zeitgemäßem und hochqualitativem Niveau zu halten.
Forderung nach Reform bei Schulskikursen
Dringenden Handlungsbedarf sieht die Branche bei den Regelungen für Schulskikurse. Derzeit gilt für mehrtägige Schulveranstaltungen eine Mindestteilnahme von 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler einer Klasse. Bei einer Klasse mit 20 Kindern würde der Skikurs bereits ausfallen, wenn sechs nicht mitfahren können oder wollen. Zudem dürfen Ski-Ausflüge in den ersten beiden Klassen maximal fünf Stunden dauern, was etwa für Grazer Volksschulkinder eine Reise in den Schnee inklusive Jause praktisch unmöglich macht.
Die Seilbahnbetreiber fordern, die 70-Prozent-Hürde zu senken oder flexibler zu gestalten.
Zweites Leben für Seilbahnanlagen
Im Sinne der Ressourcenschonung wurde bei der Tagung für die Nachnutzung gebrauchter Seilbahnen argumentiert. „Nicht jede Anlage muss neu gebaut werden, damit ein Skigebiet technisch auf dem neuesten Stand bleibt. Eine generalüberholte Bahn kann für einen kleineren Betrieb eine realistische Möglichkeit sein, moderne Infrastruktur zu bekommen“, so Berchthaller.
Doppelmayr, weltweit führender österreichischer Anbieter von Seilbahntechnologie, präsentierte bei der Tagung Möglichkeiten für kleinere Skigebiete durch gebrauchte und modernisierte Anlagen. Neben dem deutlich geringeren Investitionsaufwand ergebe sich ein nachhaltiger Effekt durch die längere Nutzung bestehender Anlagen. Auch gebrauchte Pistengeräte und Beschneiungsanlagen ließen sich gut nachnutzen, erklärte Berchthaller.
Quelle: APA
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