Steirische Unis warnen vor Budgetkürzungen ab 2028

Pia ProdingerPia Prodinger
Leeres Portemonnaie wird von einer Hand gehalten, die Innenseite ist sichtbar
© Ahsanjaya / Pexels (Symbolbild)

Die fünf steirischen Universitäten befürchten massive Finanzierungsprobleme in der Leistungsperiode 2028 bis 2030. Bei einem Runden Tisch in Graz warnten sie vor schwerwiegenden Konsequenzen für Wirtschaft, Forschung und Gesundheitsversorgung.

Die Karl-Franzens-Universität Graz lud am Montag Vertreter der vier weiteren steirischen Hochschulen – TU Graz, Medizinische Universität Graz, Kunstuniversität Graz und Montanuniversität Leoben – sowie Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft zu einem Runden Tisch. Thema war die drohende Unterfinanzierung der Universitäten ab 2028.

500 Millionen Euro fehlen in der Steiermark

Kein anderes Bundesland sei von den geplanten Kürzungen so stark betroffen wie die Steiermark, erklärte Rektor Peter Riedler. Die Universitäten benötigten in der kommenden Leistungsperiode österreichweit 18 Milliarden Euro. Die vom Bund zugesagten 16,5 Milliarden Euro bedeuteten wegen bisher nicht von den Hochschulen getragener Kosten faktisch eine Kürzung von rund einer Milliarde Euro.

Davon entfielen 500 Millionen Euro auf die steirischen Universitäten, so Riedler. Diese Summe bezeichnete er als „dramatisch“.

Wirtschaftliche Bedeutung der Hochschulen

Monika Köppl-Turyna, Direktorin des Wirtschaftsforschungsinstituts ECO Austria, präsentierte Zahlen einer WIFO-Studie aus 2023. Demnach erwirtschaften die steirischen Universitäten jährlich rund 1,25 Milliarden Euro Wertschöpfung und weisen österreichweit die höchste Forschungsquote auf.

Laut derselben Studie gehen in Österreich grob geschätzt zwischen 2,5 und 10 Prozent des realen Wirtschaftswachstums auf die Tätigkeit der Universitäten zurück. Rund fünf Prozent weniger Uni-Absolventen würden Österreich langfristig 3,2 Milliarden Euro pro Jahr kosten.

Warnung vor Fachkräftemangel und Versorgungsproblemen

Vertreter aller steirischen Universitäten äußerten sich zu den Folgen der Budgetkürzungen. TU Graz-Rektor Horst Bischof verwies darauf, dass rund 50 Prozent des österreichischen Ingenieur-Nachwuchses aus der Steiermark stammen. Er betonte die Rolle der technischen Universitäten für Innovationen und als Anziehungspunkt für dringend benötigte akademische Fachkräfte in der Industrie.

Andrea Kurz, Rektorin der Medizinischen Universität Graz, warnte vor Versorgungsproblemen im Gesundheitsbereich. Insbesondere bei Ärzten drohten durch die geplanten Einsparungen im Bundesbudget Engpässe.

Debatte um Studiengebühren

Am Rande der Diskussion kam es zu einem Wortgeplänkel zwischen Dietmar Schweiggl, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Steiermark, und Vertreterinnen der Hochschülerschaften. Schweiggl forderte eine Diskussion zur Erhöhung der Studiengebühren, was von den Hochschülerschaftsvertreterinnen vehement zurückgewiesen wurde.

Insgesamt waren über 40 Personen zu dem Runden Tisch geladen. Von Seiten der Politik erschienen Vertreterinnen und Vertreter aller im Landtag und im Gemeinderat vertretenen Parteien, mit Ausnahme von NEOS. Diese waren laut Pressestelle der Karl-Franzens-Universität ebenfalls eingeladen gewesen.

Politische Reaktionen

Unter anderem Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) und Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) stellten schriftliche Statements bereit. Kunasek forderte darin „ganz besonders die Wissenschaftsministerin der SPÖ“ auf, Österreich und die Steiermark bei den Universitäten nicht zu schwächen, sondern zu investieren.

Kahr verwies darauf, dass die wirtschaftliche und demografische Entwicklung eng mit den Universitäten verbunden sei. Sie forderte daher eine „tragfähige Finanzierung“ für die Hochschulen.

Quelle: APA

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