Steirischer Bauer produziert Nektarinen für Handel

Pia ProdingerPia Prodinger
Nektarinen, rot und orange, liegen dicht beisammen, Nahaufnahme.
© Ilo Frey / Pexels (Symbolbild)

Ein Obstbauer aus Albersdorf-Prebuch baut als einziger in Österreich Nektarinen in größerer Menge für den Lebensmittelhandel an. Matthias Lammer hat seit 2018 mehrere hunderttausende Euro in die Steinobstproduktion investiert.

Matthias Lammer, gelernter Obstbauer an der steirischen Apfelstraße, experimentiert seit 2018 mit dem Anbau von Nektarinen. Mittlerweile ist er der einzige Landwirt in Österreich, der die empfindliche Frucht in größeren Mengen für den Lebensmittelhandel erzeugt. Seine Produkte sind bei Billa und Billa Plus erhältlich.

„Man muss ein bisserl verrückt sein und kreativ, wenn man sich ausgerechnet an die sensible Nektarine heranwagt. Auch finanziell ist es ein großes Risiko“, erklärt Lammer. Er hat bisher mehrere hunderttausende Euro in die Steinobstproduktion gesteckt.

Trockenheit vernichtet 60 Prozent der Ernte

Die Rahmenbedingungen sind herausfordernd: Mehr als 90 Prozent der in Österreich verkauften Nektarinen stammen aus dem Ausland. Heuer hat die Trockenheit bis zu 60 Prozent von Lammers Ernte zerstört. Zudem gilt die Nektarine als besonders anfällige Frucht.

Trotz dieser Schwierigkeiten blickt der Obstbauer zuversichtlich nach vorne. „Wir schauen dennoch optimistisch in die Zukunft, weil unser regionales Obst sehr stark nachgefragt ist“, sagt Lammer.

Zusammenarbeit mit Global 2000

Seit vielen Jahren kooperiert Lammer mit der Umweltschutzorganisation Global 2000 an der Entwicklung gesunder Pflanzen. Das Pestizid-Reduktionsprogramm arbeitet gemeinsam mit der Billa-Mutter Rewe und setzt auf strenge Grenzwerte.

Kurt Stockinger, Agrartechniker im Pestizid-Reduktionsprogramm von Global 2000, berichtet: „Wir möchten, dass gesundes Obst und Gemüse mit wenig bis gar keinen Rückständen in den Supermarktregalen landet und arbeiten intensiv mit den Bauern und Bäuerinnen zusammen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.“

Vorbeugende und natürliche Methoden

Lammer setzt stark auf vorbeugende und natürliche Methoden. „Wir wollen die Pflanze fit und vital durch die Saison begleiten. Es ist wie bei den Menschen: Wenn man ein gesundes Immunsystem hat, wird man nicht immer Medikamente brauchen“, erklärt der Obstbauer.

Stockinger bestätigt diesen Ansatz: „Gesunde Pflanzen brauchen einen gesunden Boden. Und genau den haben die Nektarinen hier und sind daher weniger anfällig für Schädlinge wie die Reiswanze oder die gefleckte Baumwanze. Da steckt viel Arbeit und Wissen dahinter und ein für Nektarinen gesunder Bodenaufbau.“

Regionale Nische gegen Spanien und Italien

Für den Handel stellt die steirische Nektarine eine wertvolle Nische dar, da die Nachfrage nach regionalem Obst steigt. „Ich mache das aus Leidenschaft zur Landwirtschaft und aus Leidenschaft zu dem, was wir regional produzieren können“, sagt Lammer. Die größte Konkurrenz kommt aus Spanien und Italien.

In der Verkaufsstatistik werden Pfirsiche und Nektarinen gemeinsam erfasst:

  • 33.500 Tonnen Pfirsiche und Nektarinen werden pro Jahr in Österreich konsumiert
  • Über 90 Prozent davon stammen aus dem Ausland
  • In guten Jahren kann Lammer über 250 Tonnen pro Jahr produzieren

Pestizid-Reduktions-Programm

Das Pestizid-Reduktions-Programm (PRP) von Global 2000 arbeitet eng mit Bäuerinnen und Bauern sowie dem Handelsunternehmen Rewe zusammen, um den Einsatz von Pestiziden zu verringern. Das PRP-Team kontrolliert weltweit Obst- und Gemüsesorten auf die Einhaltung strenger Pestizid-Richtlinien. In über 20 Jahren hielten mehr als 90 Prozent der Proben die strengen Kriterien des PRP ein.

Quelle: OTS

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