Strafverfahren gegen Tiroler Schützen eingestellt

Die deutschen Behörden haben die Ermittlungen gegen Mitglieder dreier Tiroler Schützenkompanien eingestellt. Alle 34 sichergestellten Gewehre werden zurückgegeben.
Das Gericht hat die Verfahren gegen Mitglieder der Schützenkompanien Waidring, Fieberbrunn und Pillersee beendet. Zudem ordnete die Staatsanwaltschaft die Rückgabe sämtlicher 34 beschlagnahmter Karabiner an. Bereits im Juli 2026 waren die Ermittlungen in Österreich eingestellt worden.
Am 24. Juni 2026 hatte die deutsche Bundespolizei bei Bad Reichenhall einen Reisebus mit Tiroler Schützen kontrolliert. Die Gruppe war von Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag und 35-jährigen Priesterjubiläum von Erzbischof Franz Lackner auf dem Heimweg durch das Kleine Deutsche Eck. Bei der Kontrolle stellten die Beamten 34 Karabiner sicher und leiteten Strafverfahren ein. Die betroffenen Schützen mussten Sicherheitsleistungen von insgesamt 6.800 Euro hinterlegen.
Historische Stempel sorgten für Diskussion
Während der Ermittlungen stellte sich heraus, dass zwölf der historischen Karabiner Beschuss- und Abnahmestempel aus der NS-Zeit trugen. Der Bund der Tiroler Schützenkompanien erklärte im Juli 2026, es handle sich um historische Prüfkennzeichnungen ohne politische Absicht. Der Verband distanzierte sich ausdrücklich von nationalsozialistischem Gedankengut und kündigte Sensibilisierungsmaßnahmen an.
Das zuständige deutsche Gericht stellte die Verfahren nun unter Verrechnung der jeweils hinterlegten 200 Euro Sicherheitsleistung ein. Die Einstellungsverfügungen werden den Betroffenen in Kürze zugestellt. Die Übergabe der Gewehre soll demnächst erfolgen.
Der Bund der Tiroler Schützenkompanien begrüßte die Entscheidung und betonte die besondere Verantwortung im Umgang mit historischen Waffen.
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