Streetwork im Murtal vor dem Aus nach Kürzungen

Mona HopfingerMona Hopfinger
Streetwork Murtal: Budgetkürzung und Finanzierung bis Ende Oktober in Murau/Judenburg und Knittelfeld
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach Kürzungen von mehr als 30 Prozent durch das Land steht die Jugendarbeit Streetwork im Murtal vor dem Aus. Standorte in Murau und Judenburg wurden bereits geschlossen, in Knittelfeld läuft das Angebot nur dank Eigenfinanzierung des Trägers bis Jahresende weiter.

Die Streetwork-Angebote im Murtal stehen nach massiven Budgetkürzungen vor dem Ende. Wie die Kleine Zeitung berichtet, wurden die Mittel um mehr als 30 Prozent reduziert. Das verfügbare Geld reicht lediglich bis Ende Oktober.

Die Konsequenzen sind bereits spürbar: In Murau hat sich die Streetwork zurückgezogen, der Standort Judenburg wurde geschlossen. Nur in Knittelfeld gibt es das Angebot noch – allerdings vorerst nur bis zum Jahresende.

Träger finanziert Angebot aus eigener Tasche

Dass die Jugendarbeit in Knittelfeld überhaupt fortgesetzt werden kann, liegt am Psychosozialen Netzwerk. Der Träger stemmt die Finanzierung derzeit selbst. Grünen-Klubobfrau Sandra Krautwaschl würdigt diesen Einsatz, betont aber: „Es kann doch nicht sein, dass die Landesregierung die Finanzierung nicht ausreichend absichert und damit jene unter Druck setzt, die auf diese Unterstützung angewiesen sind oder sie tagtäglich leisten.“

Streetworker:innen suchen junge Menschen dort auf, wo sie ihre Freizeit verbringen – auf Plätzen, in Parks oder an Bahnhöfen. Sie bieten Unterstützung bei familiären Konflikten, Problemen in der Ausbildung oder anderen Sorgen, bevor diese zu Krisen eskalieren.

Grüne kritisieren Sparpolitik von FPÖ und ÖVP

Für die Grünen kommt die Entwicklung nicht überraschend. Bereits im Vorjahr hätten sie gewarnt, dass die Budgetpolitik von FPÖ und ÖVP Anlaufstellen für Jugendliche gefährde. „Jetzt sehen wir leider, dass diese Befürchtungen nach und nach Realität werden“, so Krautwaschl.

Die Klubobfrau kritisiert die Prioritätensetzung der Landesregierung scharf: „An den großen Schrauben wird nicht gedreht, die Kleinen müssen es büßen.“ Wer bei Prävention spare, zahle langfristig drauf. „Diese Budgetpolitik richtet langfristig mehr Schaden an, als sie kurzfristig einspart.“

Ähnliche Kürzungen gebe es auch bei Community Nursing und im Landesbudget 2027, so die Grünen.

Forderungen nach dauerhafter Absicherung

Die Grünen fordern konkrete Maßnahmen zur Rettung der Jugendarbeit:

  • Rasche und verbindliche Absicherung von Streetwork im Murtal über den Jahreswechsel hinaus
  • Mehrjährige Planungssicherheit für Einrichtungen der Jugendarbeit statt jährlicher Finanzierung
  • Einen Jugendfonds des Landes zur Unterstützung finanziell belasteter Gemeinden

„Dass diese Unterstützung erhalten bleibt, darf nicht vom finanziellen Durchhaltevermögen einzelner Träger abhängen“, betont Krautwaschl.

Quelle: https://zukunftsteiermark.at/streetwork-murtal-absichern

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