Streichung der Förderung für Wohnplattform Steiermark

Mona HopfingerMona Hopfinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Gesundheitsfonds Steiermark hat der Wohnplattform Steiermark die bisherige Förderung von über 700.000 Euro für 2027 komplett gestrichen. Die Einrichtung bietet Menschen mit psychischer Erkrankung Wohnraum und Betreuung für ein selbstbestimmtes Leben.

Über 700.000 Euro erhielt die Wohnplattform Steiermark bisher – diese Unterstützung fällt ab 2027 vollständig weg. Das teilte der Gesundheitsfonds Steiermark der Einrichtung mit. Gleichzeitig plant die blau-schwarze Landesregierung im Entwurf der neuen Pflegebetten-Bedarfsverordnung erstmals steiermarkweit 360 Pflegeheimbetten mit Psychiatriezuschlag.

Kritik an Pflegeheimbetten für psychisch Erkrankte

Seit Jahren bemängeln Fachleute die Fehlunterbringung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Pflegeheimen. Sowohl der Rechnungshof als auch das vom Land beauftragte Experteninstitut EPIG empfehlen, diese Praxis schrittweise zurückzufahren und stattdessen geeignete Wohn- und Betreuungsangebote zu schaffen. Die Landesregierung gehe nun den entgegengesetzten Weg, kritisieren die Grünen.

„Das ist ein unfassbarer Rückschritt! Mit dem völlig widersinnigen Psychiatriezuschlag zahlt das Land Pflegeheimen weiter noch extra Geld dafür, dass sie Menschen aufnehmen, die dort oft gar nicht hingehören. Gleichzeitig wird ausgerechnet jene Einrichtung zu Tode gekürzt, die diesen Menschen ein selbstständiges Leben ermöglicht“, so Sandra Krautwaschl, Klubobfrau der Grünen.

Kurzfristige Entscheidung belastet Betroffene

Problematisch sei vor allem die Kurzfristigkeit der Entscheidung. Die Wohnplattform habe laufende Betreuungsverträge, die sich nicht innerhalb weniger Wochen auflösen ließen. Eine bisher wirtschaftlich stabile Einrichtung gerate dadurch in allen Bereichen unter Druck – am meisten litten die Menschen, die auf diese Hilfe angewiesen seien.

Nach den Kürzungen beim Community Nursing sei mit der Wohnplattform bereits ein weiteres gemeindenahes Versorgungsangebot betroffen. Solche Modelle könnten das Budget langfristig entlasten, weil sie teure Fehlunterbringungen in Pflegeheimen und unnötige Krankenhausaufenthalte vermeiden helfen.

Forderung nach Überbrückungsfinanzierung

Die Grünen fordern rasche Gespräche mit der Wohnplattform und eine Überbrückungsfinanzierung für 2027. Krautwaschl will den Förderstopp und die Pflegebettenplanung im Landtag thematisieren. „Blau-Schwarz kürzt ohne Rücksicht auf die Folgen, statt endlich die großen Strukturen zu reformieren. So hilft man keinen Menschen. So saniert man kein Budget. So macht man die Probleme nur noch größer“, kritisiert die Klubobfrau.

Quelle: https://zukunftsteiermark.at/selbststaendig-leben-statt-pflegeheim-wohnplattform-steiermark-absichern

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