Studierende diskutieren Stadterneuerung in Wien

Mona HopfingerMona Hopfinger
© Marco Hutter, Noam Schaulin, Alexandra Weber, TU Wien

Rund 20 Studierende der Fachschaft Raumplanung organisierten das 75. Planer:innen-Treffen an der TU Wien. Vom 28. Oktober bis 1. November debattierten angehende Planer aus dem deutschsprachigen Raum über sozial- und klimagerechte Stadterneuerung.

Die TU Wien war Ende Oktober Gastgeberin einer internationalen Konferenz für Raumplanungs-Studierende. Das Planer:innen-Treffen (P:IT) findet semesterweise statt und wird rotierend von Studierenden verschiedener Hochschulstandorte ausgerichtet. Heuer stand die Veranstaltung unter dem Motto „Schön WIE N ie? Gscheit' sanieren, statt wegradieren!“

Sanfte Stadterneuerung unter Druck

Seit den 1970er-Jahren prägt die sanfte Stadterneuerung Wien: Bestehende Gebäude sollen verbessert werden, leistbarer Wohnraum bleibt erhalten, Bewohner sollen in ihren Grätzeln bleiben können. Förderungen, Mieterschutz und Beteiligung machten das Modell international bekannt.

Doch das Prinzip gerät zunehmend unter Druck. Gründerzeithäuser werden vermehrt als Anlageobjekte gehandelt, günstige private Wohnungen verschwinden. Sanierungen können steigende Mieten und Verdrängung zur Folge haben. Die Studierenden diskutierten, wie Bestandserhalt, Klimaanpassung und leistbares Wohnen vereinbar bleiben und welche Rolle öffentliche Steuerung dabei spielen muss.

Workshops und Exkursionen durch Wien

Das Programm kombinierte fachliche Inhalte mit Einblicken vor Ort. In Workshops, Exkursionen und Präsentationen wurden verschiedene Aspekte der Wiener Planungspolitik und Stadtentwicklung behandelt – von einer Transdanubiensafari bis zur Analyse des U-Bahnausbaus. Deutlich wurde: Planung entsteht nicht nur am Schreibtisch, sondern in konkreten Stadtteilen, Verkehrsnetzen und Aushandlungsprozessen.

Neben Workshops und Exkursionen stehen beim P:IT vor allem hochschulübergreifender Austausch und Networking im Mittelpunkt. Studierende verschiedener Standorte bringen ihre Erfahrungen und Themen mit und diskutieren über Hochschul- und Ländergrenzen hinweg.

Raum für kritische Fragen

Die Stärke des Formats liegt darin, dass zukünftige Planer nicht nur voneinander lernen, sondern auch gemeinsame Positionen entwickeln können. Fragen, die an einzelnen Hochschulen oft nur am Rand Platz finden, werden hier zentral.

„Das Planer:innen-Treffen gibt es, weil Studierende einen Ort brauchen, an dem sie sich unabhängig von ihren Hochschulen austauschen und voneinander lernen können“, sagt Adrian Brandenburg. „Ebenfalls wichtig für uns ist, die Fragen diskutieren zu können, die uns später in der Planungspraxis beschäftigen werden“, fügt Jonas Heilmann hinzu.

Dass die Konferenz von Studierenden organisiert wird, ist kein Nebenaspekt, sondern ihr Kern: Die Teilnehmenden gestalten Programm und Debatten selbst und schaffen damit einen Raum, der von gemeinsamen fachlichen Interessen ausgeht – nicht von institutionellen Vorgaben.

Die Diskussion hat gezeigt: Eine zukunftsfähige Stadterneuerung braucht mehr als technische Lösungen. Sie braucht öffentliche Verantwortung, leistbaren Wohnraum und die Menschen in den betroffenen Vierteln als Ausgangspunkt.

Quelle: https://www.tuwien.at/tu-wien/aktuelles/news/news/sanieren-statt-wegradieren

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