Studierende entwickeln Konzepte gegen Leerstand

Mona HopfingerMona Hopfinger
Gruppe von sechs Personen vor Plakatwand mit Architekturzeichnungen im Raum
© Stadt Graz, Stadtplanungsamt, RE:SPACE Annenstraße

Leere Geschäfte und wenig Grün prägen die Grazer Annenstraße. Studierende der Universität Graz haben im Rahmen der Sustainability Challenge Ideen für eine Belebung der Achse zwischen Bahnhof und Innenstadt erarbeitet.

Sechs Studierende haben sich zwei Semester lang mit dem Leerstand in der Annenstraße auseinandergesetzt. Das Projekt war Teil der österreichweiten Sustainability Challenge, einer Lehrveranstaltung zu nachhaltiger Stadtentwicklung. Begleitet wurde die Initiative von Holger Hoff, Transdisciplinary Interface Manager des Profilbereichs Climate Change an der Universität Graz.

Praxisorientiertes Lernen mit Stadtbezug

Das Thema wurde vom Umweltamt der Stadt Graz bzw. ökoprofit Graz vorgeschlagen. „Studierende können ihre Problemlösungskompetenz stärken und dabei ECTS-Punkte erhalten“, erklärt Hoff. Zudem entstehe ein Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, der im Klimabereich dringend nötig sei.

Für Antonia Kieber, Masterstudierende der Umweltsystemwissenschaften, war die Teilnahme eine Chance, sich außerhalb des Hörsaals mit realen Fragestellungen zu befassen. „Es macht das Ganze greifbar, weil ich selbstverständlich einen Bezug zur Annenstraße habe“, sagt sie.

Kartierung und Gespräche vor Ort

Im Herbst 2025 startete das Projekt mit einer Kartierung der Straße. Die Studierenden analysierten Leerstände, Fassaden und Atmosphäre. Dabei stellten sie fest: Es dominieren gedeckte Farben, Grünflächen fehlen weitgehend, ebenso Cafés und Gastgärten.

Kurz vor Weihnachten luden die Studierenden zu einem „Punsch & Talk“ ein, um mit Anrainerinnen und Anrainern Ideen zu sammeln. Später folgte ein Workshop mit Eigentümerinnen und Eigentümern, bei dem es unter anderem um Fördermöglichkeiten und Sanierungsunterstützung ging. Beim Lendwirbel beteiligten sich die Studierenden mit einer Rätsel-Rallye.

Netzwerke und Living Lab

„Es liegen jetzt viele Ideen am Tisch, weil es uns wie bei einem Schneeballeffekt gelungen ist, sehr viele Akteur:innen an Bord zu holen“, resümiert Kieber. Parallel entwickelte das Institut für Städtebau der TU Graz im Sommersemester Vorschläge zur Nachnutzung von drei leerstehenden Flächen. Ab Oktober soll im ehemaligen Leiner-Gebäude ein Living Lab eingerichtet werden, um den Prozess fortzusetzen. „Es braucht eine koordinierende Person mit klarem Mandat und Zeitbudget“, fordert Kieber. Hoff sieht die Sustainability Challenge als Pilot für das Living Lab, das regelmäßig Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende mit der Stadtbevölkerung zusammenbringen soll.

Quelle: https://www.uni-graz.at/de/neuigkeiten/leben-statt-leerstand-studierenden-projekt-entwirft-visionen-fuer-die-annenstrasse

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