Studierende sperren Ring für Protest gegen Uni-Kürzungen

Am Dienstag demonstrieren Studierende und Uni-Angehörige erneut gegen drohende Einsparungen im Hochschulbudget. Von 15 bis 18 Uhr wird der Wiener Ring für eine „Ringvorlesung“ blockiert. Die Regierungsspitze berät Ende der Woche über das Budget.
Studierende und Universitätsangehörige gehen am Dienstag erneut auf die Straße, um für mehr Geld für die Hochschulen zu kämpfen. Zwischen 15 und 18 Uhr wird der Wiener Ring für sogenannte „Vorlesungen“ gesperrt. Nach der großen Demonstration Ende Mai, die von der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) und der Universitätenkonferenz (uniko) organisiert wurde, setzen die Protestierenden nun auf eine andere Form des Widerstands.
Milliarde Euro weniger befürchtet
Auslöser der Proteste sind die Zahlen im kommenden Doppelbudget der Bundesregierung für 2027/28. Die uniko rechnet mit Einsparungen von rund einer Milliarde Euro bei den Leistungsvereinbarungen der Universitäten für den Zeitraum 2028 bis 2030. Nach ersten Protesten wurde die Entscheidung über das nächste Dreijahresbudget verschoben.
Wissenschaftsministerin Eva Maria Holzleitner (SPÖ) hatte angekündigt, die endgültige Summe bei einer Regierungsklausur Mitte Oktober festzulegen. Als mögliche Termine nannte sie zuletzt den 16. oder 17. Oktober. Laut Gesetz muss die Summe bis Ende Oktober fixiert sein.
Das Bundeskanzleramt dämpft die Erwartungen: Es handle sich Ende der Woche lediglich um ein reguläres Treffen der Regierungsspitze, bei dem die Uni-Finanzierung nur eines von vielen Themen sei, wurde gegenüber der APA mehrfach betont.
Aktionsstationen statt klassischer Demo
Die ÖH warnt vor massiven Einsparungen mit konkreten Folgen: gestrichene Lehrveranstaltungen, überfüllte Hörsäle und schlechtere Infrastruktur. Mit der „Ringvorlesung“ zwischen Parlament und Universitätsring soll am Dienstag ein Zeichen gegen die drohenden Kürzungen gesetzt werden.
Geplant sind neben politischen Reden auf einer „Vorlesungsbühne“ und im Speaker's Corner auch verschiedene „Aktionsstationen“. Darunter ein „Kürzungs-Glücksrad“, eine „Budgetloch-Kegelbahn“ und „Uni-Jenga“. Mit diesen Formaten will man vor allem „Laufkundschaft“ ansprechen.
Eine klassische Demonstration ist diesmal nicht vorgesehen, dennoch sind Demozüge von den einzelnen Universitäten geplant. Insgesamt beteiligen sich laut ÖH 19 der 22 öffentlichen Unis an dem Protest. Mehrere Standorte haben ihre Studierenden für die „Ringvorlesung“ freigestellt oder die Aktion beworben.
Quelle: APA
Worüber spricht Innere Stadt morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.