Sturm Graz gastiert bei Fenerbahce Istanbul

Die Grazer treffen am Mittwoch in der dritten Qualifikationsrunde zur Champions League auf den türkischen Vizemeister. Trainer Fabio Ingolitsch will sich im Hinspiel eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel erarbeiten.
Nach den beiden Erfolgen gegen Heart of Midlothian aus Schottland steht für Sturm Graz am Mittwoch um 20 Uhr (live ORF 1) das nächste Highlight an. In Istanbul wartet Fenerbahce auf die Mannschaft von Fabio Ingolitsch. Der Trainer möchte sich so teuer wie möglich verkaufen, um eine bestmögliche Ausgangsposition für das Heimspiel zu schaffen. Die Rückpartie findet am kommenden Dienstag statt.
Ingolitsch betonte, dass das wichtigste Ziel bereits erreicht worden sei. Die Europa League sei eingetütet, weshalb man die nötige Portion Mut und Selbstvertrauen habe. Im Duell treffen zwei nationale Vizemeister aufeinander. Die Steirer sind mit drei Siegen in der Champions-League-Qualifikation und im ÖFB-Cup hervorragend in die Saison gestartet. Beim Bundesligaauftakt am Samstag gab es allerdings einen ersten Dämpfer mit einem 1:1 bei der WSG Tirol.
Gegen die Wattener kassierten die Grazer übrigens auch ihre letzte Pflichtspielniederlage – ein 1:2 am 14. Februar. Seither sind die Blackys seit 17 Bewerbsspielen ungeschlagen – eine Serie, die in Istanbul enden könnte.
Türken mit sechsfachem Marktwert
Die Mannschaft des neuen Fenerbahce-Trainers Ismail Kartal verfügt geschätzt über den sechsfachen Marktwert der Grazer. Allein in der laufenden Transferperiode wurden bisher rund 80 Millionen Euro in neue Spieler investiert, darunter der Engländer Mason Greenwood von Olympique Marseille oder der niederländische Teamspieler Nathan Ake von Manchester City. Solche Summen sind in der steirischen Landeshauptstadt undenkbar.
Fenerbahce wolle unbedingt in die Champions League einziehen, so Ingolitsch. Man sei der klare Außenseiter und nehme diese Rolle gerne an. Die Grazer treffen auf Spieler wie Marco Asensio (einst Real Madrid, PSG), Milan Skriniar (Inter, PSG) oder Matteo Guendouzi (Arsenal, Marseille, Lazio). Fenerbahce hat gegen einen rot-weiß-roten Club noch nie verloren.
Der türkische Klub weist auch Österreich-Bezug auf: Rechtsverteidiger Mert Müldür ist gebürtiger Wiener und startete seine Karriere bei Rapid. Offensivmann Dorgeles Nene wurde im Vorjahr von Red Bull Salzburg geholt – für kolportierte 18 bis 20 Millionen Euro.
Mentale Herausforderung im Hexenkessel
Im Sükrü-Saracoglu-Stadion erwartet die Grazer ein heißer Tanz. Es werde auch eine mentale Herausforderung, in einem der lautesten Stadien Europas vor fanatischen türkischen Fans zu spielen, meinte Ingolitsch. Mittelfeldmann Jacob Hödl findet es wiederum am coolsten, vor so einer Kulisse zu spielen.
Vorbild soll der 2:0-Auswärtssieg bei den Hearts sein. Es sei gut, dass man dieses gemeinsame Erlebnis in Schottland gehabt habe, so Ingolitsch. Man hoffe, daran anschließen zu können in einem noch größeren Hexenkessel vor einer noch größeren Kulisse. Es sei die nächste Feuertaufe, wo man sehen werde, wie weit die junge Mannschaft schon sei.
Verpassen werden das Spiel Otar Kiteishvili (Wade), Filip Rozga (Muskelverletzung) und Leon Grgic (rekonvaleszent) – das Trio saß nicht im Flieger nach Istanbul. Kiteishvili sei kaum bis gar nicht zu kompensieren, das müsse das ganze Kollektiv gemeinsam auffangen, verlangte Ingolitsch. Mut macht, dass sich Fenerbahce in seinen zwei Saison-Pflichtspielen in der Champions-League-Qualifikation gegen Gornik Zabrze (1:0 und 1:1) noch nicht als Topteam präsentiert hat.
Kapitän wegen Wettskandals gesperrt
Nicht mit von der Partie wird Fenerbahce-Kapitän Mert Hakan Yandas sein. Der Mittelfeldspieler ist wegen seiner Beteiligung am türkischen Wettskandal, der Ende 2025 für Schlagzeilen gesorgt hatte, gesperrt. Yandas saß in Untersuchungshaft und wurde vom Disziplinarausschuss des türkischen Verbands für ein Jahr für jegliche fußballerische Aktivitäten suspendiert.
Diese Sperre wurde vor wenigen Tagen überraschend vom Berufungsgericht auf sechs Monate verkürzt und gilt nun bis Ende Oktober. Trotz seiner prominenten Rolle im Skandal gab Fenerbahce Yandas im Juli einen neuen Einjahresvertrag auf Mindestlohn-Basis. Gespielt hat der 31-Jährige – wegen Verletzungen und der Sperre – allerdings zuletzt vor 16 Monaten.
Quelle: APA
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