Styria sammelt Pfandflaschen für Odilien-Institut

Mona HopfingerMona Hopfinger
Hände reichen sich über Rückgabebox für Getränkeflaschen, Kerze und Korb
© Mit KI (Gemini) generiert

Ab September startet das Medienunternehmen Styria eine Spendenaktion für das Odilien-Institut in Graz. Im Styria Media Center wird eine gelbe Tonne aufgestellt, in der Flaschen und Dosen gesammelt werden – das Pfandgeld kommt der Einrichtung für Menschen mit Behinderungen zugute.

Das Styria Media Center am Gadollaplatz erhält nach Ende der Badesaison eine gelbe Sammeltonne des Odilien-Instituts. Die Tonne, die derzeit noch im Margarethenbad steht, markiert den Beginn einer Kooperation: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mieterinnen und Mieter sowie Besucherinnen und Besucher können dort ihr Leergut abgeben. Das gesammelte Pfandgeld fließt in Charity-Projekte der Einrichtung – etwa für ein neues Tafel-Lesesystem für sehbehinderte Kinder und Jugendliche, psychosoziale Unterstützung oder eine elektronische Braille-Schreibmaschine.

Alina Deacon, die beim Odilien-Institut für Fundraising und Kommunikation zuständig ist, erklärt, dass die Aktion dazu dienen soll, das Institut bekannter zu machen. Außerdem wolle man zeigen, wie wichtig es ist, Menschen mit Beeinträchtigungen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Derzeit sind bereits sechs gelbe Tonnen des Instituts im Einsatz.

Einzigartige Einrichtung seit 1881

Das Odilien-Institut in Graz-St. Leonhard ist in seiner Form einzigartig in Österreich. Seit 1881 unterstützt die Einrichtung Menschen mit Behinderungen – nicht nur mit Sehbehinderungen – in unterschiedlichen Lebensphasen. Dahinter steht unter anderem der „Verein zur Förderung und Betreuung Sehbehinderter und Blinder Steiermarks“. Das Ziel: Menschen sollen ihre Fähigkeiten entwickeln und ein möglichst selbstständiges Leben führen können.

Das Institut verbindet Schule, Pflegeheim, Werkstätte und Wohnangebot miteinander. 185 Menschen arbeiten derzeit dort, dazu kommt das Lehrpersonal der Schule. Das aktuelle Credo lautet: „Mehr als man sieht“.

Von der Volksschule bis zum Pflegeheim

Kinder und Jugendliche werden bereits während der Pflichtschulzeit begleitet: Volksschule und Mittelschule werden inklusiv geführt, ergänzt durch eine Sonderschule. Nach Abschluss der Pflichtschule können Jugendliche in der Fachschule in sechs Fachrichtungen ausgebildet werden: Maschinenbau, Koch/Köchin, IT, Weber/in, Bürokauffrau/-mann sowie Korb- und Möbelflechterei. Zur Fachschule gehört auch ein Internat mit 17 Plätzen für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen aus ganz Österreich.

In den Werkstätten finden begleitete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Behinderungen eine Tagesstruktur. Von Ökologie, Korbflechterei und Kerzenmacherei über Café, Shop und Bürstenbinderei bis hin zu Weberei und Feinflechterei wird gearbeitet, gestaltet und produziert. Die Werkstücke werden im hauseigenen Shop angeboten, der selbst als inklusive Werkstätte geführt wird.

Das Pflegeheim und das Betreute Wohnen runden das Angebot ab. Auf dem Gelände befinden sich außerdem eine hauseigene Kirche, das Café Odilia mit angeschlossener Küche sowie eine Flüchtlingsunterkunft für blinde Menschen aus der Ukraine. Der Park ist teilweise öffentlich zugänglich.

Strukturen für individuelle Möglichkeiten

Die besondere Stärke des Ortes liegt darin, nicht alle über einen Kamm zu scheren, sondern hinzusehen. Alle Klientinnen und Klienten leben mit einer Behinderung, nicht jede Person ist blind. In der Förderung und Begleitung geht es darum, zu erkennen, was möglich ist – und genau dort anzusetzen.

Es geht nicht darum, einen Menschen an eine vorgegebene Struktur anzupassen, sondern Strukturen und Möglichkeiten so zu schaffen, dass ein Mensch seine eigenen Möglichkeiten ausschöpfen kann. Selbstständiger zu werden, etwas zu lernen, einen Beruf auszuüben, Gemeinschaft zu erleben oder einfach einen Ort zu haben, an dem man sich zu Hause fühlt.

Quelle: https://www.styria.com/de/news/1267-eine-kooperation-mit-einem-haus-das-menschen-sichtbar-macht

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