Sucht-Spezialklinik Maria Ebene wird umstrukturiert

Die Spezialklinik für Suchterkrankungen in Frastanz erhält eine neue Struktur. Die Geschäftsführung des Krankenhauses soll in eine gemeinsame gemeinnützige GmbH von Land Vorarlberg und Stiftung überführt werden, wobei das Land die Mehrheit übernimmt, so der ORF.
Das Krankenhaus Maria Ebene in Frastanz ist die einzige Spezialklinik für Suchterkrankungen in Vorarlberg. Nun steht eine Restrukturierung bevor: Die Geschäftsführung wird künftig in eine gemeinsame gemeinnützige GmbH von Land und Stiftung überführt. Das Land Vorarlberg, das die Einrichtung bereits bisher überwiegend finanziert hat, wird künftig die Mehrheit halten. Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung entspricht dies auch einer Forderung des Rechnungshofs.
Die Stiftung bleibt weiterhin für die Wahrung des Stiftungszwecks zuständig. Maria Ebene behält den Status einer Sonderkrankenanstalt. Maßnahmen, die den Stiftungszweck gefährden könnten, dürfen nicht ohne Zustimmung der Stiftung umgesetzt werden. „Alles, was in der Stiftungssatzung steht, ist auch in der neuen Struktur zu wahren“, erklärte Stiftungspräsident Manfred Brunner auf Anfrage.
Ausbau ambulanter Versorgung geplant
Neben dem stationären Angebot in Frastanz sind eine zentrale Tagesklinik sowie zwei Ambulanzen in Bregenz und Feldkirch vorgesehen. Erstmals soll auch ein tagesklinisches Angebot für Jugendliche geschaffen werden. Die stationäre Versorgung wird in Frastanz konzentriert, wobei die Aufenthaltsdauer im Durchschnitt verkürzt werden soll.
„Es gibt viele Patientinnen und Patienten, die sich nicht stationär behandeln lassen wollen, sondern lieber tagesklinisch, im Familienkreis bleiben und täglich die Therapie machen. Hier gibt es einfach mehr Flexibilität und mehr Angebote“, sagte Brunner im Interview. Von der neuen Rechtsform erhofft er sich mehr Rechtssicherheit und eine langfristige Absicherung der Finanzierung.
Start der neuen Struktur ab 2028 angepeilt
Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) betonte, dass damit eine moderne und hochwertige Versorgung für die Zukunft gesichert werde. Gleichzeitig bleibe der Blick auf Wirtschaftlichkeit, Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit gewahrt. Das kommende Jahr werde für die Ausgestaltung der Details genutzt, der Start in der neuen Struktur sei möglichst ab 2028 geplant.
Zusätzlich wird eine Zusammenarbeit mit dem Anton-Proksch-Institut in Wien geprüft. Diese könnte gemeinsame Aus- und Weiterbildungen, gemeinsamen Personaleinsatz sowie wissenschaftliche Kooperation umfassen.
Interne Konflikte gehören der Vergangenheit an
In den vergangenen Jahren war die Stiftung vor allem wegen interner Konflikte in den Schlagzeilen. 2025 verließ der damalige Primar Philipp Kloimstein nach einem Richtungsstreit die Einrichtung. Später erhoben Mitarbeitende Vorwürfe gegen die Therapiestation Carina.
Seit Dezember 2025 leitet Simone Bratl das Haus ärztlich. Mit der neuen Primaria und dem neuen Medizin- und Therapiekonzept würden alle an einem Strang ziehen, so Brunner. Negativschlagzeilen seien Geschichte: „Es ist wirklich eine Freude, jetzt zu sehen, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagiert arbeiten.“
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