Südtiroler Firmen testen gemeinsames Carpooling

Mona HopfingerMona Hopfinger
Unternehmensübergreifendes Carpooling in Südtirol mit App, Blättern und bevorzugtem Parken.
© Mit KI (Gemini) generiert

Bei einem Netzwerktreffen in Bruneck haben drei Südtiroler Unternehmen ihre Erfahrungen mit betriebsübergreifenden Fahrgemeinschaften vorgestellt. Die Bilanz: Carpooling funktioniert, braucht aber die richtigen Rahmenbedingungen.

Am 4. August kamen bei den Stadtwerken Bruneck Arbeitgeber aus Südtirol zusammen, um über unternehmensübergreifendes Carpooling als nachhaltige Lösung für Pendler zu sprechen. Drei Betriebe zeigten auf, wie sie das Thema angehen – mit unterschiedlichen Ausgangspunkten, aber einem gemeinsamen Ergebnis: Fahrgemeinschaften können gelingen, wenn die Bedingungen passen.

Potenzial vorhanden, Hürden auch

Verena Schnitzer von STA Green Mobility eröffnete die Veranstaltung mit einer Analyse der Situation in Südtirol. Ihre Einschätzung: Carpooling ist möglich, aber nicht selbstverständlich. Kurze Distanzen und viele tägliche Arbeitswege seien günstig, kleinere Betriebe, verteilte Wohnorte in den Tälern und abweichende Arbeitszeiten stellten jedoch Hindernisse dar.

Das Beispiel Würth Italia verdeutlichte, was durch die Kombination von digitalen Tools, Kommunikation und gezielten Anreizen erreicht werden kann: Die Zahl der registrierten Nutzer von KINTO Join wuchs von 220 im Jahr 2025 auf 271 im Jahr 2026, die aktiven Nutzer verdoppelten sich nahezu, und über 23.000 Kilometer konnten eingespart werden.

Plattform verbindet zwei Unternehmen

Johannes Kaufmann von Raiffeisen Information Systems (RIS) präsentierte die Plattform RideBee, die Fahrgemeinschaften zwischen RIS und dem Raiffeisenverband Südtirol (RVS) ermöglicht. Neben der digitalen Organisation bietet das System Funktionen wie Zahlungsabwicklung, Chat zwischen Fahrern und Mitfahrern sowie zusätzliche Anreize – etwa bevorzugte Parkplätze oder gemeinsame Aktionen.

Sanitätsbetrieb plant Pilotversuch

Simone Critelli vom Südtiroler Sanitätsbetrieb (SABES) stellte die Pläne für ein Pilotprojekt im Bezirk Bozen vor. Mit mehr als 5.500 Mitarbeitenden bietet dieser Bereich ein interessantes Testfeld. Vor dem Start mussten zentrale Fragen zu Schichtarbeit, Datenschutz und Haftung geklärt werden. Das Ergebnis: eine freiwillige Erprobung mit fixen Fahrgemeinschaften, konkreten Parkplatz-Anreizen und kontinuierlichem Monitoring.

Die gemeinsame Erkenntnis aller drei Beiträge: Software allein reicht nicht aus. Erfolgreiche Fahrgemeinschaften benötigen mehrere Faktoren gleichzeitig – eine kritische Masse an Nutzern, kompatible Arbeitszeiten, Vertrauen zwischen den Beteiligten, einen spürbaren wirtschaftlichen Vorteil und konkrete Anreize.

Das Treffen fand im Rahmen des Projekts NetWorkMob statt.

Quelle: https://oberoesterreich.klimabuendnis.at/netzwerktreffen-carpooling

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