Suizide in Kärnten heuer rückläufig

In Kärnten zeichnet sich für heuer ein Rückgang bei den Suiziden ab. Das Bundesland zählt zu jenen mit den höchsten Raten, doch die Zahlen sinken offenbar, so der ORF.
Elmar Dobernig, Psychotherapeut und Notfallpsychologe, kennt die aktuellsten Daten. Er spricht vorsichtig von einem Jahr mit tendenziell weniger Suiziden als in den vergangenen Jahren. Erklärungen dafür würden noch gesucht, zudem sei das Jahr noch nicht abgeschlossen.
Männer und ältere Menschen besonders betroffen
Im Jahr 2025 nahmen sich 109 Menschen das Leben, überwiegend Männer. Bei Kindern gab es keine Fälle, bei Jugendlichen sehr wenige. Die Zahl steigt bei jungen erwachsenen Männern an. Mit zunehmendem Alter erhöht sich der prozentuelle Anteil der Suizide weiter, erklärte Dobernig.
Die Kinder- und Jugendpsychiaterin Ellen Auer-Welsbach bestätigt den Rückgang. Allerdings nehmen bei Jugendlichen Suizidgedanken und Selbstverletzungen zu.
Bevölkerung soll sensibilisiert werden
Auer-Welsbach betont die Bedeutung der Sensibilisierung: Es gehe nicht nur um Psychiater, Psychologen oder Psychotherapeuten. Jeder Mensch, der in Beziehung zu anderen steht, könne einen wichtigen Beitrag leisten.
Die Gründe für den Rückgang werden derzeit noch analysiert. Als ein Faktor gilt die Prävention an sogenannten Hotspots – Orte, an denen häufig Suizide verübt werden. Dort wurden Tafeln mit einer Telefonnummer angebracht, an die sich verzweifelte Menschen wenden können. Diese Hinweisschilder hätten laut Experten bereits Menschenleben gerettet.
Anlaufstellen für Betroffene
Die österreichweite Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 142 kostenlos erreichbar. Für Jugendliche und junge Erwachsene steht Rat auf Draht unter der Nummer 147 zur Verfügung.
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