Supernova-Überrest aus dem Jahr 1181 detailliert erfasst

Ein Forschungsteam unter Leitung des ISTA in Klosterneuburg hat den Nebel „Pa 30“ in bisher unerreichter Detailschärfe aufgenommen. Der Überrest einer Sternenexplosion aus dem Jahr 1181 zeigt gewaltige Gasknoten, die wie Perlen auf einer Schnur wirken.
Historische Aufzeichnungen aus Japan, China und Arabien dokumentierten im Jahr 1181 einen neuen Stern, der mehrere Monate lang sichtbar war. Später wurde das Aufleuchten als Supernova identifiziert, der Nebel „Pa 30“ als deren Überbleibsel. Nun ist es einem Forschungsteam unter der Leitung von Ilaria Caiazzo vom ISTA in Klosterneuburg gelungen, eine detaillierte Aufnahme dieses Überrests anzufertigen, der an ein Feuerwerk aus riesigen Perlenschnüren erinnert.
Der Nebel befindet sich in einer Entfernung von rund 7.500 Lichtjahren zur Erde – deutlich näher als das Zentrum der Milchstraße, das etwa 26.000 Lichtjahre entfernt liegt. Pa 30 gehört zu nur fünf Supernovae, die vor der Erfindung des Teleskops beobachtet wurden und deren Überreste lange Zeit nicht zugeordnet werden konnten.
Besondere Explosionsart hinterließ „Zombie-Stern“
Bereits vor zwei Jahren konnte Caiazzo nachweisen, dass es sich bei der Supernova um eine besondere Variante namens „Typ Iax“ handelte. Bei dieser Explosionsart wird nicht der gesamte Ursprungsstern zerstört. Ein Teil der ursprünglichen Struktur blieb erhalten – von den Forschenden als „Zombie-Stern“ bezeichnet.
Um diesen Stern herum hat sich eine Struktur gebildet, die an den kugelförmigen Fruchtstand eines verblühten Löwenzahns erinnert. Die Forschenden vermuten, dass Pa 30 durch die Kollision zweier Weißer Zwerge entstand. Diese extrem dichten, etwa erdgroßen Objekte sind Überreste von Sternen, die ihren Brennstoff verbraucht und ihre äußeren Schichten abgestoßen haben.
Gasknoten in der Größe mehrerer Sonnensysteme
Mithilfe des Gemini-North-Teleskops auf Hawaii hat die ISTA-Forscherin gemeinsam mit ihrem Team nun die bisher detaillierteste Ansicht von Pa 30 gewonnen. Aufgrund der Nähe zur Erde „können wir so viele Details erkennen“, erklärte Caiazzo.
Bisher wirkte die Struktur wie glatte, vom Zentrum ausgehende Linien eines Feuerwerks. Tatsächlich handelt es sich um Ketten von auffallend gleichförmigen Gasknoten, die wie Perlen auf einer Schnur aufgereiht sind. Jede einzelne dieser „Perlen“ ist groß genug, um das Sonnensystem mehrfach aufzunehmen. Die Forschenden vermuten, dass die Milchstraße weitere Überreste von Typ-Iax-Supernovae beherbergen könnte, die bisher noch nicht entdeckt wurden.
Quelle: APA
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