Svazek fordert Entschuldigung von Kanzler Stocker

Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) verlangt eine Entschuldigung von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Dieser hatte bei seiner Sommertour in Salzburg erklärt, familieninterne Kinderbetreuung nicht als Arbeit zu sehen.
Marlene Svazek, Landeshauptfrau-Stellvertreterin und Familienlandesrätin in Salzburg, übt scharfe Kritik an einer Aussage von Bundeskanzler Christian Stocker. Der ÖVP-Chef hatte bei seiner Sommertour in Salzburg erklärt, familieninterne Kinderbetreuung „ganz ehrlich nicht als Arbeit“ zu sehen und daher auch keine finanzielle Unterstützung dafür befürworten zu wollen. Svazek bezeichnet diese Äußerung als „unverschämt und zynisch“.
Die FPÖ-Politikerin fordert eine sofortige Entschuldigung bei den Müttern und Vätern des Landes. „Dass der Vorsitzende der ÖVP sich ausgerechnet in Zeiten hoher Teuerung und niedriger Geburtenraten zu derart herablassenden und abwertenden Äußerungen gegenüber den Leistungen von Vätern und Müttern hinreißen lässt, disqualifiziert ihn eigentlich für das höchste politische Amt in einer Bundesregierung“, so Svazek.
Kritik an Familienpolitik der Bundesregierung
Laut Svazek handelt es sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher, sondern um die Fortsetzung eines Musters, das Familien geringschätze. Sie verweist auf mehrere Maßnahmen, die Familien belasten würden: die Abschaffung der Inflationsabgeltung für Kinderbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld sowie neue Restriktionen beim Familienbonus, die die Steuerlast für erwerbstätige Haushalte mit Kindern erhöht hätten. Auch die derzeitige Karenzregelung setze Mütter unter erheblichen Druck.
Die Landeshauptfrau-Stellvertreterin erinnert daran, dass in Österreich Millionen für die Ausbildung von Fachkräften und für Einrichtungen ausgegeben werden, die genau das leisten, was in Familien offenbar nichts wert sein soll: die Kinderbetreuung. Svazek bekräftigt ihr politisches Ziel, die familieninterne Kinderbetreuung stärker zu fördern.
„Der Wunsch vieler Familien, sich vor allem in den ersten Jahren verstärkt selbst um ihr Kind zu kümmern, ist der Bundesregierung nicht nur nichts wert, sondern wird von ihr aktiv bekämpft“, kritisiert Svazek. Die ÖVP stehe offenbar weder an der Seite von Vätern und Müttern, die selbstbestimmt die Kinderbetreuung organisieren wollen, noch sei sie bei diesem Vorhaben ein politischer Partner.
Quelle: OTS
Worüber spricht Salzburg morgen?
Bald verfügbar: Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.