Swietelsky entwickelt Maschine für Kabelverlegung

Mathias FischerMathias Fischer
Baumaschine füllt Schotter in eine Rinne mit Betonplatten.
© Swietelsky AG

Das österreichische Bauunternehmen Swietelsky hat einen Auftrag der Deutschen Bahn für ein Kabeltiefbau-Projekt in Norddeutschland erhalten. Dabei kommt eine eigens entwickelte Maschine zum Einsatz, die Kabeltröge erstmals vollautomatisch verlegen kann.

Das österreichische Bauunternehmen Swietelsky wird für die Deutsche Bahn Kabel auf der Strecke zwischen Bremen und Bremerhaven verlegen. Die Arbeiten erfolgen im Vorfeld der für 2027 geplanten Generalsanierung der Eisenbahnstrecke. Zum Einsatz kommt dabei eine von Swietelsky entwickelte Spezialmaschine, die eine vollautomatische Verlegung von Kabeltrögen ermöglicht.

Bislang war die Verlegung von Kabeltrögen ein aufwändiger manueller Prozess unter Einsatz von Baggern, der längere Gleissperren erforderlich machte. Wegen der hohen wirtschaftlichen Bedeutung des norddeutschen Bahnkorridors, der Nord- und Ostsee, das Baltikum und zentrale europäische Regionen miteinander verbindet, sind Gleissperren dort nur sehr begrenzt möglich.

20-fache Leistungssteigerung

Mit dem neuen System von Swietelsky können nun täglich 1.500 bis 2.000 Meter Kabeltröge verlegt werden. Das entspricht einer Leistungssteigerung um das 20-fache. Die Arbeiten werden gleisgebunden im Fließbandverfahren durchgeführt, wodurch Gleissperrzeiten deutlich verkürzt und gleichzeitig Energie sowie Ressourcen eingespart werden. Auf der Strecke zwischen Bremen und Bremerhaven sollen insgesamt rund 85 Kilometer Kunststoff-Kabeltröge verlegt werden.

Entwicklung in Rekordzeit

Die Bahnbau-Experten der Swietelsky AG entwickelten das maschinelle Kabeltiefbau-System in Rekordzeit im Rahmen der „Kabeltiefbauchallenge“, die die Deutsche Bahn 2022 ausgeschrieben hatte. Hintergrund ist, dass die DB in den kommenden Jahren tausende Meter Kabeltröge unter anderem für den Ausbau der digitalen Infrastruktur verlegen will. Mit der bisherigen manuellen Verlegung, die nur rund 100 Meter pro Tag schaffte, wären dafür auf verschiedenen Korridoren längere Gleissperren nötig gewesen.

Durch die automatisierte Lösung verkürzt sich die Bauzeit um bis zu 75 Prozent. Der Ressourceneinsatz reduziert sich um bis zu 80 Prozent, ebenso verringert sich der Bedarf an Baustelleneinrichtungsflächen, Mautstraßen und Grund an der Strecke.

„Das von den Kollegen im Bahnbau entwickelte Kabeltiefbau-System ist ein Meilenstein für den Infrastrukturbau. So eine Leistung ist nur möglich, wenn exzellente Fachkenntnisse, wertvolle Erfahrungswerte und Top-Maschinen zusammentreffen“, wird Peter Krammer, CEO & COO Bahnbau der Swietelsky AG, zitiert. Bei Swietelsky setze man seit Jahrzehnten konsequent auf die Entwicklung leistungsstarker Maschinen und auf das Knowhow der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Quelle: https://www.swietelsky.at/media/newsroom/swietelsky-setzt-eigene-kabeltiefbau-entwicklung-fuer-deutsche-bahn-ein

Bauarbeiter in orangefarbener Arbeitskleidung laden Holzpaletten und Baumaterialien auf einen Bauzug.
© Swietelsky AG
Swietelsky-Baumaschine auf Schotterbett bei Wien
© Swietelsky AG

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