Symposium zu Wasserkrise: Experten fordern Umdenken

Pia ProdingerPia Prodinger
Wasser unter Druck: Dürre und Hitze mit geringem Niederschlag, 4.700 Liter Wasserverbrauch.
© Mit KI (Gemini) generiert

Der extrem heiße Sommer 2026 hat die Wasserversorgung in Österreich unter Druck gesetzt. Am 13. Oktober widmet sich das forum. ernährung heute bei einem Symposium der Frage, wie eine klimaangepasste Wasser-Bewirtschaftung gelingen kann.

Das forum. ernährung heute (f.eh) lädt am 13. Oktober zu einem Symposium unter dem Titel „Wasser unter Druck: Über Klima, Konsum und Kreisläufe“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Versorgung mit der Ressource Wasser auch während Extremwetterperioden sichergestellt werden kann. Die Veranstaltung bringt Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Landwirtschaft und Umweltorganisationen zusammen.

„Wasser verbindet nahezu alle Bereiche unseres Ernährungssystems“, erklärt Dr. Marlies Gruber, Geschäftsführerin des f.eh. Es werde für Anbau, Aufzucht und Verarbeitung von Nahrungsmitteln benötigt, ebenso für Hygiene und als Lebensmittel selbst. Deshalb gehe es nicht um eine isolierte Debatte über den Verbrauch, sondern um das Verständnis der Wechselwirkungen.

Extremsommer 2026 zeigt Handlungsbedarf

Der Sommer 2026 war von extremen Wetterbedingungen geprägt. Laut hydrologischem Monitoring des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz lag die Temperatur von Juni bis August um 2,7 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Gleichzeitig fiel 32 Prozent weniger Niederschlag. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, wie Wasser so bewirtschaftet werden kann, dass bei zunehmenden Wetterextremen genug für Ökosysteme, Menschen, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion bleibt.

Die Verfügbarkeit von Wasser hängt nicht nur von Niederschlag und Temperaturen ab, sondern auch von Verdunstung, Vegetation, Böden, Grundwasser und menschlichen Eingriffen. Steigen die Temperaturen, nimmt die Verdunstung zu, Böden trocknen stärker aus und Flüsse führen weniger Wasser. Zugleich steigt während Hitzeperioden der Bedarf.

Internationale Experten geben Einblicke

Univ.-Prof. Günter Blöschl von der TU Wien, der 2025 mit dem Stockholm Water Prize ausgezeichnet wurde, spricht beim Symposium über planetare Wassergrenzen. Er gibt Einblick, wie Klimawandel und Dürren die Zugänglichkeit von Wasser verändern – von globalen Zusammenhängen bis zu konkreten Veränderungen der Wasservorräte in Österreich.

Dr. Roman Neunteufel von der BOKU University verdeutlicht in seinem Vortrag, wie eng Konsum mit der Nutzung von Wasserressourcen verbunden ist. Der Wasserfußabdruck umfasst neben dem direkten Verbrauch auch „virtuelles Wasser“ für die Herstellung von Gütern. In Österreich beträgt er Schätzungen zufolge rund 4.700 Liter pro Kopf und Tag – knapp drei Viertel davon entfallen auf die Ernährung.

Landwirtschaft unter Druck

Univ.-Prof. Hermine Mitter vom Institut für Umweltsystemwissenschaften der Universität Graz beleuchtet den Ressourcendruck in der Landwirtschaft. Je nach Böden, Kulturarten, Niederschlägen, Grundwasserständen und regionalen klimatischen Bedingungen sind unterschiedliche Anpassungsstrategien gefragt. Sie forscht an der Schnittstelle von Umwelt- und Agrarökonomie, Klimawandel und menschlichem Verhalten.

„Durch Wasser wird ersichtlich, wie eng Umwelt, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion und Konsum miteinander verflochten sind“, fasst Gruber zusammen. Gerade in einer Zeit, in der Extremwetter häufiger in den Alltag eingreifen, brauche es Bewusstsein und Dialog entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Quelle: OTS

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