„Tage der Transformation“ suchen junge Stipendiaten

Mathias FischerMathias Fischer
Festival in Melk, Weltklimaspiel mit Erdball und Wurzeln, Stift Melk, Kollektives Handeln.
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Verein „GLOBART“ veranstaltet im Oktober zum fünften Mal die „Tage der Transformation“ in Niederösterreich. Für ein interaktives Planspiel werden junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren gesucht, die sich mit Klimakrise und Zukunftsfragen auseinandersetzen wollen, so der ORF.

Das Festival findet von 23. bis 25. Oktober in Melk statt. Neben dem Stift Melk wird heuer erstmals auch die Tischlerei Melk Kulturwerkstatt als Veranstaltungsort genutzt. Der Verein „GLOBART“ entwickelt nach eigenen Angaben seit knapp zwei Jahrzehnten Formate, die Kunst, Wissenschaft und Zivilgesellschaft verbinden.

Aktuell werden junge Stipendiatinnen und Stipendiaten gesucht, die sich aktiv am Festival beteiligen möchten. Ein zentraler Programmpunkt ist das sogenannte „Weltklimaspiel“, bei dem eine kreative Experimentier- und Spielfläche entstehen soll. Im Vorfeld des Festivals soll mit Neugier und Experimentierfreude an Veränderungsideen gearbeitet werden.

Interaktives Planspiel über ein Jahrhundert

Unter Anleitung des Spielentwicklers Matthias Mittelberger schlüpfen die Teilnehmenden in Rollen von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik, Bildung und Zivilgesellschaft. In dem interaktiven Planspiel haben sie ein Jahrhundert Zeit, um eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung im Zeichen des digitalen Humanismus zu entwickeln.

Dabei soll erlebbar werden, wie eng Klimakrise, Demokratie, Gerechtigkeit und Zukunftsentscheidungen miteinander verknüpft sind, heißt es in der Ausschreibung von Intendant Fabian Burstein.

Bewerbung bis Ende Juli möglich

Die Stipendien richten sich an Menschen zwischen 18 und 30 Jahren. Gesucht werden Studierende und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso wie Lehrlinge, Nachwuchsführungskräfte, Aktive aus NGOs und Vereinen oder junge Politikerinnen und Politiker aus Jugendbeiräten, kommunalen Gremien oder politischen Akademien.

Von den Teilnehmenden wird erwartet, dass sie Veränderungsmanagement als anspruchsvolle, aber lohnende Kulturtechnik verstehen, so Burstein. Von 21. bis 25. Oktober sollen sie in der Tischlerei Melk Kulturwerkstatt gemeinsam mit Fachleuten aus Bildung, Klimafragen, Philosophie, Politik, Wirtschaft und Kunst arbeiten, diskutieren und spielen. Eigene Projekte, Fragen oder Forschungsinteressen zu Radikalität, Zukunft, Bildung, Demokratie oder Klima können eingebracht werden – vom Schulprojekt bis zur Dissertation, vom Lehrlingsprogramm bis zur Gemeindepolitik.

Der Verein stellt Festivaltickets, Unterbringung für vier Nächte in Melk sowie Verpflegung zur Verfügung. Bewerbungen sind bis einschließlich Ende Juli möglich.

Motto „Die Wurzel aus Wir“

Die diesjährigen „Tage der Transformation 2026“ stehen unter dem Motto „Die Wurzel aus Wir“. Konkret werden die Wurzeln des gemeinsamen Handelns, der Haltung und der Demokratie gesucht – und welche Zukunft daraus erwächst. Zwischen Erregung und Ermüdung werden Formen eines radikal zugewandten, zukunftsfähigen Wir erörtert.

Radikal bezieht sich dabei auf den Wortursprung „radix“, also die Wurzel, erläutert Burstein. Radikalität werde als Verwurzelung, Standhaftigkeit und als Boden der Geschichte verstanden, auf dem das Tun fuße – ob als Individuen, Gruppe oder Gesellschaft.

Bei der Eröffnung wird unter anderem Philosophin Mirjam Schaub einen Blick auf die Zukunftskraft von Radikalität werfen. Theologe Wolfgang Palaver wird laut Programm einen Blick hinter die Kulissen des Techno-Kapitalismus werfen. Schauspielerin Daniela Golpashin und Schauspieler Manuel Rubey widmen sich in einer Lesung dem Briefwechsel zwischen der Widerstandskämpferin Sophie Scholl und dem Wehrmachtssoldaten Fritz Hartnagel – ein bewegendes Zeugnis vom Ringen um Nähe, Freiheit und Verantwortung.

Quelle: https://noe.orf.at/stories/3361445/

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