Tagger holt ersten WTA-Titel in Prag

Die 18-jährige Osttirolerin Lilli Tagger hat am Sonntag in Prag ihren ersten WTA-Titel gewonnen. Im Finale besiegte sie die Ukrainerin Daria Snigur mit 7:6 (3), 6:2.
Lilli Tagger hat einen Karrieremeilenstein erreicht: Die 18-jährige Osttirolerin gewann am Sonntag das WTA-250-Turnier in Prag und sicherte sich damit ihren ersten Titel auf der WTA-Tour. Im Endspiel setzte sie sich gegen die als Nummer acht gesetzte Daria Snigur (WTA 54) aus der Ukraine mit 7:6 (3), 6:2 durch. Die Partie dauerte 1:29 Stunden.
Bereits im Halbfinale hatte Tagger mit einem Sieg über die zweifache Grand-Slam-Siegerin Barbora Krejciková aufhorchen lassen. Im Finale ließ sie sich von einem 2:5-Rückstand im ersten Durchgang nicht aus der Ruhe bringen und drehte das Match. Es war ihr zweites WTA-Finale nach jenem in Jiujiang (China) im vergangenen Herbst.
Der Turniersieg bei den Livesport Prague Open bringt der Schützling von Francesca Schiavone ein Preisgeld von 37.390 US-Dollar (31.900 Euro) sowie 250 WTA-Punkte ein. Damit verbessert sie ihr bisheriges Karrierehoch von Platz 74 deutlich und wird am Montag erstmals in den Top 50 der Weltrangliste aufscheinen – auf Rang 45.
Historischer Erfolg für Österreichs Damentennis
Taggers Triumph markiert gleich zwei Jubiläen für das österreichische Damentennis. Es ist der 25. WTA-Titel einer ÖTV-Spielerin und der erste seit Yvonne Meusburger-Garamszegi beim Heimturnier in Bad Gastein 2013 – vor exakt 13 Jahren und fünf Tagen. Zudem ist Tagger die zehnte und zweitjüngste Österreicherin, die ein Turnier auf der WTA-Tour gewinnen konnte.
Vor ihr gelang dies Petra Huber (1 Titel), Barbara Paulus (6), Judith Wiesner-Floimair (5), Barbara Schett-Eagle (3), Marion Maruska (1), Patricia Wartusch (2), Sybille Bammer (2), Tamira Paszek (3) und Meusburger-Garamszegi (1).
„Kann das kaum glauben“
„Es war ein Wahnsinnsmatch“, sagte Tagger in einer dem ORF vorliegenden Stellungnahme. „Ich muss sagen, am Anfang war ich schon ein bisschen – um nicht zu sagen ziemlich – nervös und habe mir ein bisschen schwergetan, ins Match hineinzufinden. Sie hat natürlich einen Spielstyle, den nicht jede hat, und deswegen habe ich mir ein bisschen schwergetan. Aber ganz ehrlich: Ich kann das kaum glauben, dass ich es jetzt zum Schluss dann wirklich gewonnen habe.“
ÖTV-Sportdirektor und Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer zeigte sich begeistert: „Das ist ein unglaublicher Erfolg und zeigt, was sie für ein großes Talent ist. Vor allem im Halbfinale eine Spielerin wie Krejciková in deren Heimatland zu schlagen und dann auch im Finale die Nerven zu behalten, ist beeindruckend. Sie steht trotzdem erst am Anfang ihrer Reise. Wir werden noch eine Menge Freude mit ihr haben.“
ÖTV-Sportkoordinatorin und Billie-Jean-King-Cup-Kapitänin Marion Maruska bezeichnete den Erfolg als „sensationell“: „Das ist ein riesengroßes Lebenszeichen des österreichischen Damentennis, das mir große Freude bereitet – toll, dass sie das geschafft hat. Lilli hat schon einige schöne Erfolge gefeiert, und ich denke, dass ihr Reise mal sehr weit gehen könnte. Man muss ihr aber trotzdem auch die nötige Zeit geben. Sie ist 18, und da gibt es sicher noch viele Sachen, an denen sie mit ihrem Team arbeitet.“
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