Tapir-Baby Yaku im Zoo Schmiding geboren

Mona HopfingerMona Hopfinger
Tapirbaby mit Streifenmuster steht unter dem Bauch seiner Mutter auf Heu
© Zoo Schmiding / Peter Sterns

Im Zoo Schmiding ist am 15. Oktober ein männlicher Flachlandtapir zur Welt gekommen. Das Jungtier namens Yaku war nicht geplant – die Geburt geht auf eine Verhütungspanne zurück.

Flachlandtapir-Weibchen Lucy hat im Zoo Schmiding ein männliches Jungtier geboren. Der kleine Yaku trägt das für Tapir-Jungtiere typische gestreifte Fell und ist bereits für Besucher zu sehen. Durch die Panoramascheiben des Tapir-Innenhauses lässt sich der Nachwuchs gemeinsam mit seiner Mutter beobachten.

Lucy kümmert sich aufmerksam um ihr Junges, das bereits kurz nach der Geburt bei ihr getrunken hat. Tierpflegerin Can Hasibe erklärt, dass es bereits die dritte Tapirgeburt im Zoo sei. Bei Yaku sei die Überraschung allerdings besonders groß gewesen, denn eigentlich habe man derzeit gar keinen weiteren Tapirnachwuchs geplant.

Lieferengpass führte zu ungeplanter Geburt

Im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) steuern Fachleute die Nachzucht der Flachlandtapire gezielt. Für Lucy und Tapirbulle Poroto sah der Plan keinen weiteren Nachwuchs vor, weshalb Poroto hormonell verhütet wurde. Weil das Medikament knapp wurde, setzte die Behandlung Ende 2025 kurz aus – und Poroto nutzte offenbar die Chance. Zoologe Dr. Hirtenlehner betont, im Vordergrund stehe die Freude darüber, dass es Lucy und Yaku gut gehe. Die Lage habe man bereits mit der zuständigen EEP-Koordinatorin geklärt. Trotz der ungeplanten Geburt deute sich schon ein passender Platz in einem anderen Zoo an, sobald Yaku ausgewachsen sei.

Streifen als Tarnung im Regenwald

Tapirbabys sind bei der Geburt schon erstaunlich weit entwickelt. Besonders auffällig ist ihr Fell. Erwachsene Flachlandtapire sind meist braun. Die Jungen dagegen tragen helle Streifen und Flecken. Im südamerikanischen Regenwald hilft ihnen dieses Muster, sich zu verstecken. Nach einigen Monaten verschwindet es wieder. Auch der Name Yaku führt nach Südamerika. In der indigenen Sprache Quechua heißt er „Wasser”. Das passt gut, denn Tapire sind sehr gute Schwimmer und halten sich gern im Wasser auf.

Gefährdete Art mit wichtiger Rolle

Der Flachlandtapir (Tapirus terrestris) gilt laut IUCN als gefährdet. Vor allem Lebensraumverlust und Bejagung bedrohen die Bestände in Südamerika. Als wichtige Samenverbreiter tragen Tapire zur Verjüngung der Regenwälder bei und werden deshalb auch als „Gärtner des Regenwaldes“ bezeichnet. Der kurze Rüssel weckt Erinnerungen an Elefanten, doch Tapire stehen Pferden und Nashörnern verwandtschaftlich deutlich näher.

Passend zum Start der Herbstferien lädt der Zoo am kommenden Wochenende zu einem eigenen „Meet the Keeper” am Tapirgehege. Die Tierpfleger berichten dort aus erster Hand über die Geburt, Yakus Entwicklung und die faszinierende Lebensweise der Flachlandtapire.

Tapir-Mutter und gestreiftes Jungtier in Gehege mit Stroh und Holzwand

Quelle: https://www.zooschmiding.at/verhuetungspanne-suesses-tapirbaby-im-zoo-schmiding-geboren

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