Tattendorf: Historische Wanderung zum Nationalfeiertag

Mathias FischerMathias Fischer
Gruppe von Personen versammelt sich vor einem Denkmal im Herbst
© tattendorf.at

Am Nationalfeiertag lud die Gemeinde Tattendorf zu einer Wanderung durch die Ortsgeschichte ein. Ortschronist DI Josef Mitterer führte die zahlreichen Teilnehmer zu historischen Stationen und erzählte von der Entwicklung der Gemeinde seit dem 9. Jahrhundert.

Zahlreiche Einwohner von Tattendorf folgten der Einladung der Gemeinde und erkundeten am Nationalfeiertag die Geschichte ihres Heimatortes. Vizebürgermeisterin Martina Lechner begrüßte die Gruppe, die sich anschließend auf einen Rundgang durch die Ortschaft begab.

An verschiedenen Stationen vermittelte Ortschronist DI Josef Mitterer Wissenswertes über historische Gebäude, bedeutende Persönlichkeiten und die Entwicklung der Gemeinde. Die Wanderung startete am Raiffeisenplatz, wo Mitterer erklärte, dass die ersten Gebäude aus je sechs Häusern im unteren und oberen Ort bestanden.

Von der Pfarrkirche bis zum Armenhaus

Bei der Pfarrkirche erfuhren die Teilnehmer von den historischen Grundfesten, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreichen. Die erste urkundliche Erwähnung von Tattendorf erfolgte im Jahr 1114.

Weitere Stationen waren die ehemalige Schule, das Armenhaus und der Kindergarten. Dabei wurde die Entwicklung des Bildungs- und Sozialwesens sowie die gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahrhunderte beleuchtet.

Baumwollspinnerei und Mäzenatentum

Am Dumba-Platz stand die ehemalige Baumwollspinnerei im Mittelpunkt. Franz Girardoni ließ sie zwischen 1826 und 1828 errichten. Nach einem Konkurs erwarb Theodor Dumba die Spinnerei im Jahr 1853. Später übernahm Nikolaus Dumba die Leitung und engagierte sich als bedeutender Förderer für Tattendorf.

Beim Gemeindeamt hatte der Kultur- und Verschönerungsverein eine Labestelle eingerichtet. Dort konnten sich die Wanderer stärken und miteinander ins Gespräch kommen.

Mühlgasse und Lerchenfeld

In der Mühlgasse erfuhren die Teilnehmer vom ehemaligen „Hüterhaus“. Die Bauern von Tattendorf hatten das Gebäude für den Hüter errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte mussten sie das Haus zweimal zurückkaufen – zunächst vom Chorherrenstift Klosterneuburg, später von der Gemeinde.

Vor der Bäckerei Reinisch erläuterte Mitterer die Geschichte des ehemaligen Armenhauses und des heutigen Weingutes Dopler. Anhand dieser Gebäude wurde die Veränderung des Ortsbildes im Laufe der Zeit anschaulich vermittelt.

Bahnhof als Meilenstein

Den Abschluss bildete der Bahnhof Tattendorf. Mit der Inbetriebnahme der Aspangbahn im Jahr 1881 erhielt die Gemeinde einen wichtigen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Mitterer erläuterte die Bedeutung der Bahn für die weitere Entwicklung des Ortes und wies darauf hin, dass der Friedhof bereits auf der gegenüberliegenden Seite der Bahntrasse errichtet worden war.

Ausklang beim Heurigen

Nach der Wanderung lud Bürgermeister Alfred Reinisch zum Heurigen der Familie Knötzl ein. Bei einer Stärkung und in geselliger Atmosphäre tauschten die Teilnehmer ihre Eindrücke aus und ließen den Nationalfeiertag gemütlich ausklingen.

Die Veranstaltung verband Geschichte, Bewegung und Gemeinschaft. Dank der fachkundigen Erläuterungen von Ortschronist Mitterer konnten die Teilnehmer ihre Heimatgemeinde aus einer neuen Perspektive kennenlernen.

Quelle: https://www.tattendorf.at/buergerservice/news/item/historische-wanderung-am-nationalfeiertag-in-tattendorf.html

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