Tennengau: 400 Einsatzkräfte üben Katastrophenfall

Mona HopfingerMona Hopfinger
Bergrettung mit Drohne und Einsatzleitung im Regen bei 400+ Einsätzen in den Alpen.
© Mit KI (Gemini) generiert

Am 10. Oktober findet im Tennengau die Katastrophenschutzübung TENT '26 statt. Mehr als 400 Einsatzkräfte trainieren in Adnet und Krispl die Rettung verunglückter Personen und die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen.

Die Bezirkshauptmannschaft Hallein organisiert am Samstag, 10. Oktober, eine großangelegte Katastrophenschutzübung. Unter dem Namen TENT '26 (Tennengauer Einsatz Netzwerk Training) werden über 400 Einsatzkräfte den Ernstfall proben. Die Gemeinden Adnet und Krispl dienen dabei als Übungsgelände.

Das Szenario geht von einem länger anhaltenden Starkregenereignis aus, das zu mehreren Schadstellen im Bezirk führt. Im Mittelpunkt stehen das Ufer des Wiestalstausees und verunglückte Fahrzeuge. Beteiligt sind die Freiwillige Feuerwehr, das Rote Kreuz sowie die Berg-, Höhlen- und Wasserrettung. Die Leitung übernimmt die Bezirkshauptmannschaft Hallein, die auch den Bezirkseinsatzstab aktiviert.

Straßensperre während der Übung

Während der Übung ist die L107, die Wiestal Landesstraße, zwischen „Adnet-Seefeldmühle“ und der Abzweigung „Gaißau-Krispl“ von 11 Uhr bis längstens 19 Uhr für den Individualverkehr gesperrt. Eine lokale Umleitung führt über die L209, Krispler Landesstraße. Auf der L209 in Krispl müssen Autofahrer im Bereich der Einsatzstelle Mörtelbachkluft kurzzeitig mit einspurigem Verkehr rechnen. Die Freiwillige Feuerwehr übernimmt die Verkehrsregelung vor Ort.

Realistische Bedingungen im Fokus

Bezirkshauptfrau Monika Vogl betont die Bedeutung der Übung: „Im vergangenen Jahr haben wir einen Schwerpunkt in puncto Ausbildung für den Bezirkseinsatz gelegt. Mit TENT '26 können wir nun unter realistischen Bedingungen üben. Einen Schwerpunkt legen wir dabei auf die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern des Bezirkseinsatzstabes und den Einsatz-, Hilfs- und Rettungsorganisationen sowie auf die Zusammenarbeit mit der Polizei und der Salzburg AG.“

Andreas Leiter, Katastrophenschutzreferent der BH Hallein, erklärt das Kernelement der Übung: Die organisationsübergreifende Einsatzabwicklung sowie die gemeinsame Einsatzführung stehen im Vordergrund. Immer zwei Einheiten müssen eine Schadenstelle gemeinsam bearbeiten.

Notstromtest in der Bezirkshauptmannschaft

Parallel zur Einsatzübung in den Gemeinden tritt der Bezirkseinsatzstab der BH Hallein zusammen. Die Mitglieder arbeiten weitere fiktive Schadenstellen im Bezirk ab. 17 Personen vonseiten der Behörde sind im Einsatz, sowohl in der Einsatzleitung vor Ort als auch im Stabsraum in der Schwarzstraße 14 in Hallein. Im Stabsraum wird die Notstromversorgung umfangreich getestet. Bis zu 72 Stunden kann der Raum autark betrieben werden.

Feuerwehr mit 150 Kräften dabei

Carlo Vanzini, Mitglied der Übungsleitung der Freiwilligen Feuerwehr, bezeichnet TENT '26 als keine Standardübung. Das gemeinsame Trainieren mit verschiedenen Kräften in einem komplexen Szenario sei etwas Besonderes. Die Feuerwehr ist mit Kräften aus Adnet, Hallein, Krispl, Oberalm, Puch und vom Löschzug Wiestal im Einsatz. Dazu kommen Sonderkräfte wie Boote, Taucher und die Drohnengruppe des Bezirks sowie das Einsatzleitfahrzeug der Feuerwehr im Tennengau. Insgesamt sind es zirka 150 Männer und Frauen.

Rotes Kreuz mit 100 Freiwilligen

Rund 100 ausschließlich freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Roten Kreuzes Salzburg nehmen an der Übung teil. Unterstützung erhalten sie von Figuranten sowie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der realistischen Unfalldarstellung. In mehreren Einsatzabschnitten sind die Einsatzkräfte mit unterschiedlichen Szenarien gefordert, darunter ein Massenanfall von Verletzten nach einem Verkehrsunfall. Bezirksrettungskommandant Peter Steiner rechnet mit wertvollen Erkenntnissen für das Zusammenspiel mit anderen Organisationen.

Bergrettung übt Seilbahn und Schluchtbergung

Mit den Ortsstellen Abtenau und Hallein sowie der Canyoninggruppe ist die Salzburger Bergrettung bei der Übung dabei. Rund 50 Bergretterinnen und Bergretter seien im Einsatz, berichtet Florian Wagner, Ortsstellenleiter-Stellvertreter der Bergrettung Hallein. Geprobt werden zwei anspruchsvolle Szenarien: Eine provisorisch errichtete Seilbahn soll Verunfallte aus schwer zugänglichem Gelände holen, außerdem steht die Rettung Verletzter aus einer Schlucht auf dem Programm. Im Mittelpunkt stehen das Zusammenspiel mit anderen Einsatzorganisationen, der Funkverkehr und der Lageüberblick per Drohne.

Höhlenrettung testet telemedizinische Unterstützung

Die Höhlenrettung Salzburg nutzt TENT '26, um komplexe Rettungsszenarien unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren. Moderne Seil- und Transporttechniken, die Rettung aus Schächten und Engstellen, die Einsatzführung unter Tage sowie sichere Kommunikation in weitläufigen Höhlensystemen stehen im Zentrum der Übung. Eine Premiere ist die Einbindung telemedizinischer Unterstützung: Laut Landesleiter-Stellvertreter Hans Günther sollen sich damit medizinische Entscheidungen über große Distanzen rasch abstimmen lassen.

Wasserrettung mit 50 Kräften vor Ort

Für die Österreichische Wasserrettung, Landesverband Salzburg, ist die Übung vor allem in puncto Erfahrungsaustausch mit anderen Einsatzorganisationen wertvoll. Aktiv beteiligen sich 50 Wasserretterinnen und -retter der Ortsstellen Salzburg, Hallein und Bischofshofen. Verstärkung kommt von zwei Sonderzügen, den Tauchern und den Wildwasserrettern, wie Markus Gewolf vom Landesverband der Wasserrettung mitteilt.

Quelle: https://www.adnet.at/Tennengau_Mehr_als_400_Einsatzkraefte_trainieren_den_Ernstfall

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