Textilmanagement: Experten diskutieren Zukunft in Linz

Beim Open Innovation Exchange von KEBA in Linz haben Fachleute aus Gesundheitswesen, Wäschereidienstleistung und Automatisierung über intelligente Textilsysteme diskutiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie verschiedene Technologien zusammenspielen müssen.
Am 29. Juli 2026 fand im KEBA InnoSpace in Linz der Open Innovation Exchange „Intelligente Textilsysteme – Vernetzt. Zuverlässig. Resilient.“ statt. Experten aus Gesundheitswesen, Wäschereidienstleistung, Textilidentifikation, Sicherheit und Automatisierung tauschten sich über die Zukunft des Textilmanagements aus. Das zentrale Ergebnis: Nicht eine einzelne Technologie ist entscheidend, sondern das Zusammenspiel unterschiedlicher Ansätze und Perspektiven.
Robotik soll körperlich belastende Arbeiten übernehmen
Erich Hering von Brolli, Klaus Riegenring von CSI Technologies, Björn Tillemans von Datamars und Falk Ness von KEBA diskutierten, wo Robotik Mitarbeiter in Wäschereien gezielt entlasten kann. Im Fokus standen körperlich belastende und repetitive Arbeitsschritte wie das Vereinzeln und Sortieren von Schmutzwäsche, die Taschenkontrolle oder das Falten.
Die Teilnehmer betonten, dass es nicht um Automatisierung um jeden Preis gehe. Vielmehr müsse geklärt werden, wie Mitarbeiter durch Automatisierung unterstützt werden können und sich Robotik in bestehende Prozesse integrieren lässt.
Daten entlang des gesamten Lebenszyklus nutzen
Der Blick auf das Textil selbst verändert sich. Entlang des gesamten Lebenszyklus – von der Nutzung über Reinigung und Reparatur bis zum Austausch oder Recycling – entstehen Daten. Diese können künftig für Bedarfsprognosen, Qualitätskontrolle, Bestandsoptimierung und transparentere Textilkreisläufe genutzt werden.
Dadurch verändert sich auch die Rolle von Wäschereien und Textildienstleistern. Neben Waschen und Liefern können auch Raumlösungen, Software, Reporting und Datenanalyse wichtige Teile eines umfassenden Angebots werden.
Barrierefreiheit bei automatisierter Wäscheausgabe
Sandra Pollhammer vom Kepler Universitätsklinikum brachte die Sicht unterschiedlicher Nutzergruppen ein. Die automatisierte Wäscheausgabe müsse auch für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen sowie für Personen mit Mobilitätseinschränkungen nutzbar sein. Im gemeinsamen Austausch entstanden Ideen wie Sprachführung, akustische Rückmeldungen, automatische Türen oder Pick-by-Light. Susie Kläy von der SAFOS AG betonte die sprachbasierte Interaktion: Nutzer könnten Informationen genau dann bekommen, wenn sie sie brauchen – etwa wenn sie etwas Falsches entnehmen oder zurückgeben.
Kombination aus RFID, KI und Bildverarbeitung
Thomas Linde von KEBA sprach über die Möglichkeiten lokaler KI und Bildverarbeitung. Wenn Sprach- und Bilderkennung direkt vor Ort verarbeitet werden, können Systeme schneller reagieren und sensible Daten lokal verarbeiten – auch wenn die Internetverbindung eingeschränkt ist.
Klaus Riegenring von CSI Technologies und Falk Ness von KEBA diskutierten die Herausforderungen großer Mengen in industriellen Anwendungen. RFID bleibt weiterhin eine wichtige Grundlage, um Textilien eindeutig zu erkennen. Für künftige Anwendungen könnte aber gerade die Kombination aus RFID, Computer Vision, Sensorik und lokaler KI entscheidend werden.
So kann ein intelligentes Textilsystem künftig nicht nur erkennen, wo sich welches Textil befindet, sondern auch wichtige Situationen im Prozess erfassen.
Weitere Schritte geplant
Zum Abschluss zeigten Volker Rattmann und Christoph Knogler von KEBA auf, wie sich aus den diskutierten Ideen konkrete nächste Schritte ableiten lassen. Ziel sind neue Konzepte und mögliche Prototypen für intelligente, industrietaugliche Textillösungen.
Der Austausch im KEBA InnoSpace soll weitergehen. KEBA automatisiert mit den texLOG Wäschelogistik-Lösungen bereits heute zentrale Prozesse der Textilverwaltung.
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