Suche nach zusätzlichem Trinkwasser

Die Stadtgemeinde Saalfelden sucht seit Jahren nach zusätzlichen Trinkwasserquellen im südlichen Gemeindegebiet. Ein hydrogeologischer Bericht empfiehlt nun, das Projekt eines Tiefbrunnens nicht weiterzuverfolgen. Die Ergiebigkeit sei zu gering, das Wasser müsste aufbereitet werden.
Die Stadtgemeinde Saalfelden bezieht ihr Trinkwasser aus den Karstquellen im Steinernen Meer und aus der Friedlbrunnquelle am Fuß der Leoganger Steinberge. Diese Quellen liefern ergiebiges und qualitativ hochwertiges Wasser. Daneben existieren mehrere private Trinkwassergenossenschaften mit eigenen Quellen, von denen einige mittlerweile an ihre Versorgungsgrenzen stoßen.
Bereits vor rund zehn Jahren beschloss die Stadtgemeinde, ein drittes Standbein für die Wasserversorgung im südlichen Gemeindegebiet zu schaffen. Bürgermeister Erich Rohrmoser erklärte, dass es Weiler gebe, die aus raumordnungsrechtlicher Sicht maßvoll erweitert werden könnten. Dies scheitere jedoch an einer gesicherten Trinkwasserversorgung, besonders mit Blick auf die prognostizierten klimatischen Veränderungen. Als Beispiel nannte er die Ortschaft Bsuch, wo die Versorgung über eine private Genossenschaft organisiert ist.
Jahrelange Untersuchungen abgeschlossen
Aufbauend auf geophysikalischen Voruntersuchungen wurden mehrere Probebohrungen durchgeführt. An ausgewählten Grundwasser-Aufschlusspunkten folgten umfangreiche hydrogeologische und hydrochemische Untersuchungen. Dazu zählten Pumpversuche, Wasseranalysen, Altersbestimmungen der Wässer und Fließgeschwindigkeitsmessungen. Nun liegen alle Erhebungen und eine hydrogeologische Empfehlung vor.
Geologe Wolfgang Jaritz von der mjp Ziviltechniker GmbH, der die Untersuchungen leitete, rät der Stadtgemeinde von einer Weiterverfolgung des Projekts ab. Die Ergiebigkeit sei für die geplante Versorgung langfristig zu gering. Zudem handle es sich um alte Grundwässer, die überwiegend aus Niederschlägen stammen, die vor mehreren Jahrzehnten fielen. Diese Wässer befinden sich seit Jahrzehnten unter der Erdoberfläche und weisen einen sehr geringen Sauerstoffgehalt auf.
Hohe Eisen- und Mangan-Werte
Die Folge seien hohe Eisen- und Mangan-Werte. Das Wasser müsste vor einer Nutzung aufbereitet werden, um Schäden an Brunnen, Pumpen und Leitungen zu verhindern. Ein dritter Grund gegen die Grundwasserentnahme am untersuchten Standort sei das begrenzte Einzugsgebiet des Vorkommens. Bei der herrschenden Klimaentwicklung könne nicht garantiert werden, dass die durch Pumpen geförderte Wassermenge dauerhaft zur Verfügung stehe, da die Niederschlagsentwicklung langfristig nicht prognostiziert werden könne.
Bürgermeister Rohrmoser sieht die Ergebnisse differenziert. „Natürlich ist es eine Enttäuschung, vor allem, weil viel Geld in die Vorbereitung einer Wasserentnahme geflossen ist. Andererseits ist jede Erkundung hilfreich für künftige Projekte“, so der Bürgermeister. Als Stadtgemeinde sei es eine der wichtigsten Aufgaben, die Bürgerinnen und Bürger mit einwandfreiem Trinkwasser zu versorgen. Private Trinkwassergenossenschaften könnten bei Engpässen nicht im Stich gelassen werden.
Die Stadtgemeinde werde ihr Ziel weiterverfolgen, ein drittes Standbein aufzubauen und die Versorgung im südlichen Gemeindegebiet langfristig abzusichern. Dies solle auch in einem Ausmaß geschehen, dass dort Neubauten möglich sind und Menschen zuziehen können.
Quelle: https://www.saalfelden.at/Zusaetzliches_Trinkwasser_die_Suche_geht_weiter_1
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