Tierschutzhaus Vösendorf: 150 Tauben in Notaufnahme

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Im Tierschutzhaus Vösendorf werden derzeit über 150 verletzte und geschwächte Tauben rund um die Uhr versorgt. Laut Wiener Tierschutzverein befanden sich noch nie in 180 Jahren so viele Tiere dieser Art gleichzeitig in der akuten Aufnahme.

In der Erstaufnahme des Tierschutzhauses Vösendorf liegen mehr als 150 Tauben, die verletzt sind oder so geschwächt, dass sie eine Betreuung rund um die Uhr benötigen. Insgesamt befinden sich 250 Tauben vor Ort in Obhut. Der Wiener Tierschutzverein spricht von einem Notstand.

Die Tiere leiden unter offenen Wunden, gebrochenen Flügeln, Infektionen und Abmagerung. Ohne Intensivpflege würden viele von ihnen binnen Stunden sterben. Die Erstaufnahme ist auf Intensivpflege ausgelegt, nicht auf einen Dauerbetrieb in dieser Größenordnung.

Der Notstand im Haus trifft auf den Fall Spittelau, bei dem mindestens zwei lebende Tauben mit Geschossen im Körper gefunden wurden. Tierschutz Austria hat Anzeige wegen Verdachts der Tierquälerei erstattet.

Linz beschließt ganzjähriges Fütterungsverbot

Am 24. September 2026 hat der Linzer Gemeinderat mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ, ÖVP und Neos ein ganzjähriges Fütterungsverbot für wildlebende Straßentauben im gesamten Stadtgebiet beschlossen. Wer im öffentlichen Raum füttert oder erkennbar für Tauben bestimmtes Futter auslegt, riskiert Strafen bis zu 218 Euro. Ausnahmen für den Taubenschutz und betreute Schläge waren nicht vorgesehen.

Ein Fütterungsverbot ändere am Bestand nichts, kritisiert Tierschutz Austria. Stadttauben vermehrten sich dort, wo Nistplätze, Nahrung und fehlende Geburtenkontrolle zusammenkommen. Wer das Füttern unter Strafe stelle, ohne Ersatzplätze und Eieraustausch anzubieten, verlagere die Tiere und treibe geschwächte in Notaufnahmen von Tierheimen, die bereits am Limit seien.

Dachausbau nimmt Nistplätze

Zuletzt mussten im Tierschutzhaus Vösendorf acht Tiere von einem Wiener Dachboden evakuiert werden. Dachausbau schaffe Wohnungen und nehme Nistplätze. Die Tiere wichen auf Bahnhöfe, U-Bahnen und Gesimse aus – oder landeten in der Erstaufnahme.

Tierschutz Austria fordert betreute Taubenschläge, Körnerfütterung statt Brot und Speiseresten, Eieraustausch und ein Ende tierquälerischer Vergrämung. Vier Taubenschläge für Zehntausende Stadttauben in ganz Wien reichten nicht. Ein kleiner, sinkender Bestand entstehe nur durch dieses Management – nicht durch weitere Verbote.

„Wir können nicht Intensivstation, Auffangbecken und Alarmsirene zugleich sein, während draußen weiter geschossen, verbaut und verboten wird“
, so Dr.in Madeleine Petrovic, Präsidentin Tierschutz Austria/Wiener Tierschutzverein. „Noch so viele Verbote machen diesen Kurs nicht besser.“

Quelle: OTS

Worüber spricht Niederösterreich morgen?

Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.

Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

austria.com auf Google bevorzugen.