Tierschutzhaus Vösendorf meldet Rekord bei Tauben

Mathias FischerMathias Fischer
Taube mit Pflaster am Flügel wird von behandschuhten Händen gehalten, im Hintergrund ein Vogelhaus.
© Mit KI (Gemini) generiert

Das Tierschutzhaus in Vösendorf betreut derzeit so viele Tauben wie noch nie in der 180-jährigen Geschichte des Wiener Tierschutzvereins. Mehr als 150 Tiere befinden sich in der Erstaufnahme, insgesamt sind es 250 Exemplare.

Der Wiener Tierschutzverein verzeichnet einen historischen Höchststand: Über 150 Tauben werden aktuell in der Erstaufnahme des Tierschutzhauses Vösendorf im Bezirk Mödling versorgt. Insgesamt befinden sich 250 Tiere in der Obhut der Einrichtung, wie Tierschutz Austria am Montag bekannt gab.

Die Tiere leiden unter schweren Verletzungen und Krankheiten. Offene Wunden, gebrochene Flügel, Infektionen und Abmagerung seien häufig, viele Tauben würden ohne Rund-um-die-Uhr-Versorgung innerhalb weniger Stunden sterben. Die Erstaufnahme sei für Intensivpflege konzipiert, nicht für einen Dauerbetrieb in diesem Ausmaß, heißt es in der Aussendung.

Verletzte Tauben durch Geschosse

Zuletzt wurden in Wien-Spittelau mindestens zwei schwer verletzte Tauben entdeckt, die vermutlich mit Geschossen aus einem Blasrohr verletzt worden waren. Zudem mussten acht Tiere von einem Wiener Dachboden gerettet werden. Durch Baumaßnahmen gebe es immer weniger Rückzugsmöglichkeiten für die Vögel.

Kritik an Fütterungsverboten

Tierschutz Austria übte scharfe Kritik an reinen Fütterungsverboten wie jener Verordnung, die in der Vorwoche in Linz beschlossen wurde. Wer das Füttern unter Strafe stelle, ohne Ersatzplätze und Eieraustausch anzubieten, verlagere die Tiere nur und treibe geschwächte Exemplare in Notaufnahmen von Tierheimen, die bereits am Limit seien.

Die Organisation fordert betreute Taubenschläge, Körnerfütterung statt Brot und Speiseresten, Eieraustausch sowie ein Ende tierquälerischer Vergrämung. Die vier Taubenschläge für Zehntausende Individuen in ganz Wien reichten bei weitem nicht aus.

„Wir können nicht Intensivstation, Auffangbecken und Alarmsirene zugleich sein, während draußen weiter geschossen, verbaut und verboten wird“, erklärte Madeleine Petrovic, Präsidentin von Tierschutz Austria und dem Wiener Tierschutzverein.

Quelle: APA

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