Tierschutzhof meldet Rekordandrang bei Hundeabgaben

Pia ProdingerPia Prodinger
Tierheim: Kalender mit "Jan-Juni RECORD", Spendenbox, Geld, Stethoskop und Tiere in Gehegen
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Verein Pfotenhilfe in der Grenzregion Salzburg/Oberösterreich verzeichnet seit Ferienbeginn einen massiven Anstieg bei Anfragen zur Abgabe von Hunden. Täglich erreichen die Einrichtung mehrere Anrufe und E-Mails von Haltern, die ihre Tiere loswerden wollen.

Der Tierschutzhof Pfotenhilfe erlebt heuer eine außergewöhnliche Situation: Bereits vor den Sommerferien stiegen die Anfragen für Tierabgaben und die Zahl der ausgesetzten Tiere stark an. Bei den Katzenaufnahmen verzeichnete die Einrichtung im ersten Halbjahr einen Rekord in ihrer 20-jährigen Geschichte. Seit Beginn der Ferien haben sich die Anfragen zur Abgabe von Hunden vervielfacht.

Johanna Stadler, Geschäftsführerin der Pfotenhilfe, zeigt sich entsetzt über die Entwicklung: „Täglich bekommen wir mehrere Anrufe und E-Mails von Menschen, die ihre Hunde loswerden wollen. Uralte Hunde, nicht perfekte Hunde, Scheidungsopfer, einfach unglaublich, wie leicht sich Menschen von langjährigen Gefährten und Familienmitgliedern trennen“, so Stadler. Sie habe bei jeder Absage ein mulmiges Gefühl, da die Pfotenhilfe oft die letzte angefragte Station sei und die Zukunft der Tiere daher völlig ungewiss bleibe.

Zwei Hunde mit gesundheitlichen Problemen aufgenommen

Zu den aufgenommenen Tieren gehören die Hunde Elli und Wasti. Beide kamen zur Pfotenhilfe, weil ihre Halter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für sie sorgen konnten. Häufig sind es aber auch die Tiere selbst, die aufgrund ihres Alters oder wegen zucht- oder ernährungsbedingter Schäden als medizinische Notfälle eintreffen.

Elli musste zunächst ihre sehr schlechten Zähne sanieren lassen. Sie benötigt außerdem Medikamente gegen eindickende Gallenflüssigkeit, um schwere Koliken zu verhindern. In Kürze steht zudem ein Besuch bei einer Augenspezialistin an. Wasti leidet unter einem Tumor in den Hoden, einem Harnblasenstein und einer starken Prostatavergrößerung. Eine dringende Operation soll beide Probleme beheben und dadurch auch die Prostata verkleinern.

Appell an künftige Tierhalter und Politik

Stadler appelliert an künftige Tierhalter:

„Die Menschen müssen sich vor der Anschaffung informieren, wie lange ein Tier leben kann und abschätzen, ob man dann immer noch fit und finanziell so aufgestellt ist, dass man dem Tier gerecht werden kann“

Gleichzeitig fordert sie von der Politik mehr Engagement: Die Länder müssten endlich mehr Tierheimplätze schaffen. Es könne nicht sein, dass die Tiere die Leidtragenden falscher Prioritätensetzung in der Politik seien.

Die Pfotenhilfe ist für die hohen Tierarztkosten dringend auf Spenden angewiesen. Spenden für Elli und Wasti können online unter pfotenhilfe.org/spende-fuer-elli-und-wasti/ getätigt werden.

Quelle: OTS

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