Tiroler Kultureinrichtungen setzen auf Nachhaltigkeit

Drei Kulturinitiativen in Tirol zeigen, wie Klimaschutz im Kulturbetrieb funktioniert. Von erneuerbarer Energie über Klimakultur-Veranstaltungen bis zu kostenlosem Zugang für Menschen mit geringem Einkommen.
Kultureinrichtungen in Tirol gehen beim Thema Nachhaltigkeit unterschiedliche Wege. Das Kulturlabor Stromboli in Hall, die MuKu St. Johann und die Kulturorte Mieminger Plateau demonstrieren, wie Klimaschutz im eigenen Betrieb, im Programm und bei der Zugänglichkeit umgesetzt werden kann.
Stromboli setzt auf Klimaschutz im Betrieb
Das Kulturlabor Stromboli ist seit 2020 Klimabündnis-Betrieb und hat bereits mehrere Maßnahmen realisiert. Dazu zählen erneuerbare Energie, Dachisolierung und Recyclingpapier. Bis 2028 sind weitere Schritte geplant: LED-Beleuchtung, nachhaltiges Mobilitätsmanagement, nachhaltige Beschaffung sowie der Einsatz von regionalen Bio- und Fair-Trade-Produkten.
„Mit rund 150 Veranstaltungen im Jahr erreichen wir sehr viele Menschen in der Region. Das gibt uns die Möglichkeit, gesellschaftspolitische Denkanstöße zu geben. Die Klimakrise ist die Herausforderung dieses Jahrhunderts, dafür möchten wir das Bewusstsein schärfen“, erklärt Geschäftsführerin Julia Mumelter.
Der Weg zum Klimabündnis-Betrieb beginnt mit einer Bestandsaufnahme. Klimabündnis Tirol unterstützt Betriebe mit Beratung und Check, um einen niederschwelligen Einstieg in den Klimaschutz zu ermöglichen.
MuKu bringt Klimaschutz auf die Bühne
Die MuKu St. Johann in der Alten Gerberei macht Klimaschutz zum Inhalt von Kunst und Kultur. Seit drei Jahren beteiligt sich die Einrichtung an den Tagen der Klimakultur. Dabei bringen Kulturinitiativen aus ganz Tirol im Oktober Klimaschutz auf Bühne, Leinwand oder in den Ausstellungsraum. Heuer ist die MuKu wieder mit mehreren Veranstaltungen dabei.
„Für uns bedeutet Nachhaltigkeit mehr, als den eigenen Kulturbetrieb möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Wir wollen das Thema auch über unser Programm und unsere Kulturarbeit vermitteln. Die Tage der Klimakultur sind dafür eine schöne Möglichkeit, weil wir gemeinsam mit anderen Kulturinitiativen zeigen können, wie vielfältig die Auseinandersetzung mit Klimaschutz sein kann“, sagt Geschäftsführerin Isabell Huter.
Die Alte Gerberei wurde 2023 mit dem Österreichischen Umweltzeichen als Green Location ausgezeichnet. 2026 sind über 50 Events bei den Tagen der Klimakultur dabei. Kulturinitiativen und Künstler aus ganz Tirol können Veranstaltungen zu Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Natur oder einer klimafitten Zukunft einbringen.
Mieminger Plateau setzt auf soziale Nachhaltigkeit
Die Kulturorte Mieminger Plateau fokussieren auf finanzielle Zugänglichkeit. Mit dem Kulturfünferl gibt es eine Vorteilskarte, mit der Besucher bei Veranstaltungen des Kulturausschusses Ermäßigungen erhalten. Noch weiter geht Hunger auf Kunst & Kultur: Menschen mit finanziellen Engpässen erhalten mit dem Kulturpass freien Eintritt in teilnehmenden Kultureinrichtungen. In Tirol beteiligen sich mehr als 150 Kultureinrichtungen und über 134 Sozialeinrichtungen.
Seit 2022 unterstützen auch die Kulturorte Mieminger Plateau die Aktion. Die Alte Gerberei in St. Johann zeigt mit einem Barrierecheck, wie physische Barrierefreiheit im Kulturhaus mitgedacht wird.
„Mir ist es wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen. Wir versuchen, bei unseren Veranstaltungen möglichst nachhaltig zu arbeiten – zum Beispiel mit regionalen Produkten, Mehrweg statt Einweg, Abfallvermeidung und indem wir die Anreise mit dem Fahrrad fördern. Für mich ist der Kulturstadl eine Vorzeigeveranstaltung, bei der wir zeigen können, dass Nachhaltigkeit auch bei Kulturveranstaltungen gut funktioniert“, erklärt Kulturmanagerin Maria Thurnwalder.
Die Veranstaltungen im Mieminger Kulturstadl sind regelmäßig GREEN EVENTS TIROL. Kultureinrichtungen können Partnerbetrieb von „Hunger auf Kunst & Kultur“ werden und Menschen mit finanziellen Engpässen kostenlosen Zugang ermöglichen. Auch soziale Einrichtungen können Kulturpässe ausgeben.
Viele Wege führen zur nachhaltigen Kultur
Die drei Beispiele zeigen unterschiedliche Ansätze: Nachhaltigkeit kann bei der Organisation des Hauses beginnen, über das Programm vermittelt werden oder bei der Frage ansetzen, wer überhaupt Zugang zu Kultur bekommt. Nachhaltige Kultur entsteht nicht durch eine einzelne große Maßnahme, sondern durch viele Menschen, die Verantwortung übernehmen und Schritt für Schritt Veränderung möglich machen.
Kultureinrichtungen können auch GREEN EVENTS TIROL Location werden. Voraussetzung sind ein Klimacheck und Mindeststandards etwa bei Mobilität, Barrierefreiheit, Abfallvermeidung, Energie und Beschaffung. Das Klimabündnis begleitet interessierte Betriebe.
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