Todesfall Marchtrenk: Ermittler werten Chatverläufe aus

Mona HopfingerMona Hopfinger
Chat-Auswertung Marchtrenk mit Smartphone, Social Media und gesellschaftlichen Entwicklungen
© Mit KI (Gemini) generiert

Nach dem Tod einer Frau durch sexuellen Missbrauch in Marchtrenk konzentrieren sich die Ermittlungen auf Chatnachrichten. Der 51-jährige Ehemann gilt als Hauptverdächtiger, zwei weitere Männer stehen im Fokus der Behörden, so der ORF.

Eine Frau ist in Marchtrenk nach schweren Verletzungen infolge eines sexuellen Missbrauchs gestorben. Die Staatsanwaltschaft Wels bezeichnet den Fall angesichts der Grausamkeit als „noch nie dagewesen“. Der 51-jährige Ehemann der Frau gilt als Hauptverdächtiger und soll die Tat unmittelbar nach dem Vorfall gegenüber der Polizei eingeräumt haben.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der Mann seine Frau am Tattag in einen handlungsunfähigen Zustand versetzt haben. Im Zentrum der Ermittlungen stehen Chatnachrichten zwischen dem Verdächtigen und einem ebenfalls 51-jährigen Bekannten. Dieser soll nach Angaben der Ermittler Alkohol geliefert und Informationen über den Zustand der Frau erhalten haben.

Bekannter geständig und reumütig

Der Bekannte des Ehemanns soll die Frau bereits vor der tödlichen Tat gemeinsam mit diesem missbraucht haben. Laut Staatsanwaltschaft Wels zeigt sich der 51-Jährige geständig und reumütig. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm fünf bis 15 Jahre Freiheitsstrafe.

Gegen einen dritten Mann wird ebenfalls ermittelt. Dieser hätte die Frau am Tattag nach Angaben der Staatsanwaltschaft ebenfalls missbrauchen sollen, sei aber kurzfristig wieder ausgeladen worden.

Datenauswertung kann längere Zeit dauern

Die Ermittlungen drehen sich nun um mögliche weitere Taten aus der Vergangenheit. Hierfür wertet die Polizei gelöschte und bestehende Chatverläufe auf dem Handy des Verdächtigen aus. Die Auswertung der Daten durch speziell geschulte Forensikerinnen und Forensiker kann noch länger dauern.

Zudem wird untersucht, ob der Ehemann für sexuelle Übergriffe auf seine Frau Geld gefordert haben könnte – Grundlage dafür ist laut Ermittlern eine Zeugenaussage, die von bis zu 500 Euro sprach.

Frauenhaus-Leiterin sieht gesellschaftliche Entwicklungen

Karin Raab, Leiterin des Frauenhauses Linz, sieht in dem Fall auch gesellschaftliche Entwicklungen als möglichen Faktor. „Ich denke, es sind sehr viele frauenfeindliche Tendenzen in den sozialen Medien“, sagte Raab. Sie redet von „Entmenschlichung der Frau“.

Quelle: https://ooe.orf.at/stories/3371197/

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