Tödliche Seuche befällt Feldhasen in Österreich

Mona HopfingerMona Hopfinger
Feldhase sitzt im grünen Gras auf einer Wiese in Österreich.
© Efrem Efre / Pexels (Symbolbild)

Mutierte Myxomaviren haben erstmals in Österreich einen großflächigen Ausbruch unter Feldhasen verursacht. Wissenschaftler dokumentierten 2025 Hunderte Fälle in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland.

Eine ursprünglich nur für Kaninchen gefährliche Virusinfektion hat sich in Österreich auf Feldhasen ausgebreitet. Ulrike Auer von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und ihr Team berichten in der Fachzeitschrift "Transboundary Emerging Diseases" über den ersten dokumentierten Ausbruch von hasenadaptierten Myxomaviren im Land. Zwischen März und November 2025 wurden 272 Hasen- und zwölf Kaninchenkadaver zur Untersuchung eingesandt.

Bei 235 Feldhasen und zehn Wildkaninchen aus 89 Gemeinden stellten die Fachleute charakteristische Symptome fest. Die Tiere wiesen Schwellungen und Entzündungen im Bereich der Augen, der Nase und des Genitaltrakts auf. Gewebeveränderungen deuteten auf eine Pockenvirusinfektion hin. Jäger berichteten von Hunderten weiteren, offiziell nicht gemeldeten Fällen.

Mutation macht Virus für Hasen gefährlich

Myxomaviren sind seit Jahrzehnten als Erreger der sogenannten Kaninchenpest bekannt. In den 1950er-Jahren wurden sie in Australien und Frankreich gezielt zur Bekämpfung von Wildkaninchen eingesetzt. Übertragen werden die Viren durch Insekten. Für Menschen sind die Erreger ungefährlich.

2018 trat in Spanien erstmals eine neue rekombinante Variante auf, die durch 110 Mutationen genetisch verändert ist. Diese hasenadaptierte Form führte zu einem signifikanten Rückgang der Populationen des Iberischen Feldhasen. Bis dahin waren Infektionen praktisch nur bei Kaninchen registriert worden.

Ausbreitung über mehrere Länder

In Nordspanien verbreitete sich der Erreger 2020. 2023 und 2024 wurde er im deutsch-niederländischen Grenzgebiet nachgewiesen. Der österreichische Ausbruch erstreckte sich über Wien, Niederösterreich und das Burgenland. Genetische Untersuchungen zeigten einen eindeutigen Zusammenhang mit der für Feldhasen hoch pathogenen Virusvariante.

Auch aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn gibt es bereits Belege für die tödliche Erkrankung. Die Wissenschaftler fordern eine verstärkte Überwachung, Genomanalyse und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Der Ausbruch verdeutliche zudem potenzielle indirekte Risiken für die öffentliche Gesundheit durch Koinfektionen mit zoonotischen Bakterien bei betroffenen Hasen.

Quelle: APA

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