Tödlicher Unfall auf Kofferraum: 15 Monate Haft

Ein 32-Jähriger aus Wieselburg ist wegen grob fahrlässiger Tötung seines Bruders zu 15 Monaten Haft verurteilt worden, fünf davon unbedingt. Der 28-Jährige war im Mai in Kirchberg am Wagram vom Kofferraumdeckel eines Autos gestürzt und wenige Tage später verstorben, so die NÖN.
Bei einem Treffen einer Autoszene am 16. Mai in Kirchberg am Wagram im Bezirk Tulln kam es zu dem verhängnisvollen Unfall. Der Angeklagte und sein 28-jähriger Bruder waren Teil der Gruppe, die sich regelmäßig traf. An jenem Tag setzten sich das spätere Opfer und eine weitere Person auf den Kofferraumdeckel des Wagens.
Der führerscheinlose 32-Jährige lenkte das Fahrzeug und beschleunigte. Dabei rutschte sein Bruder vom Auto und prallte auf den Asphalt. Trotz sofortiger Hilfe durch Zeugen verstarb der Mann einige Tage später im Spital.
Geständnis und psychische Belastung
Bei der Verhandlung am Mittwoch bekannte sich der Angeklagte schuldig. Er sprach von „einer großen schwarzen Abwärtsspirale“, die er durchlebt habe. Seit dem Tod seines Bruders sei er auf Antidepressiva und Schlafmittel angewiesen und habe bereits eine Therapie absolviert, berichteten die NÖN.
Die Mutter und Schwester der beiden Brüder waren bei dem Prozess anwesend. Sie verzichteten auf Schmerzengeld und Schadenersatzforderungen.
Rechtskräftiges Urteil
Der mehrfach vorbestrafte Wieselburger wurde wegen grob fahrlässiger Tötung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt, davon fünf Monate unbedingt. Darüber hinaus verlängerte das Gericht die Probezeit einer Bewährungsstrafe des Bezirksgerichts Amstetten auf fünf Jahre. Die Verfahrenskosten muss der Verurteilte ebenfalls tragen. Das Urteil ist rechtskräftig, wie ein Sprecher des Landesgerichts St. Pölten bestätigte.
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