Tom Sachs eröffnet selbstgebaute Chanel-Filiale in New York

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mario Sorrenti, Laura Wilson, Maria Teresa Muraro, Atelier Buch Katz

Der US-Künstler Tom Sachs hat in Chinatown eine nicht autorisierte Chanel-Boutique aus Alltagsmaterialien geschaffen. Das Projekt knüpft an seine Tradition an, große Symbolsysteme durch handgefertigte Skulpturen zu hinterfragen.

Der amerikanische Künstler Tom Sachs hat sein neuestes Werk vorgestellt: eine selbstgebaute und nicht autorisierte Chanel-Filiale in Chinatown, New York. Die Installation befindet sich in der Centre Street, die mittlerweile den Beinamen „Little Paris“ trägt – ein ironischer Zufall, der dem Projekt eine zusätzliche Dimension verleiht. Sachs bringt damit die historische Chanel-Boutique in der 31 Rue Cambon in Paris nach Chinatown.

Das Schaffen des Künstlers ist geprägt von einem handwerklichen Ansatz, der große Symbolsysteme dekonstruiert und die Mechanismen hinterfragt, die materiellen Wert etablieren. Sachs arbeitet bevorzugt mit alltäglichen Materialien wie Sperrholz, Karton, Schaumstoff, Klebeband und Heißkleber.

Von NASA bis McDonald's

Bereits mit seinem mehrjährigen Projekt „Space Program“ (2007 bis heute) schuf Sachs eine eigene Mythologie rund um Weltraummissionen – umgesetzt durch handgefertigte Skulpturen aus Alltagsmaterialien. Ein ähnliches Konzept verfolgte er zuvor mit „Nutsy's“ (2003-2005), das den idealistischen Modernismus von Le Corbusier mit dem kommerzialisierten Modernismus von McDonald's verband.

Bei einem Vorabbesuch Ende August zeigte sich das Studio des Künstlers überraschend aufgeräumt. „Alles ist wirklich in den anderen Räumen, dort sehen Sie das Chaos. Dieser Raum ist irgendwie leer, weil die Show fertig ist“, erklärte Sachs gegenüber Observer. „Wir haben gerade aufgeräumt, und ich beginne mit meinem nächsten Projekt.“

Kreativität seit Kindertagen

„Ich bin nicht glücklich, wenn ich nicht irgendetwas Kleines zu machen habe“, sagte Sachs. Er erinnerte sich, wie er früher Raketen aus Karton von der Reinigung und Tamponapplikatoren baute und mit verfügbaren Materialien improvisierte.

Seine Mutter brachte ihm bei, Möbel aufzuarbeiten, zu streichen und zu reparieren, da sie sehr geschickt war. Die Werkzeuge seines Vaters waren ihm jedoch verboten. „Meine Eltern wollten, dass er Pianist oder Arzt wird. Aber wir hatten Werkzeuge im Keller, und ich habe sie heimlich genommen“, erzählte der Künstler. Sein Vater habe selbst nicht wirklich gewusst, wie man sie benutzt.

Quelle: https://ropac.net/news/3098-tom-sachs-31-rue-cambon-interview

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