Toni Hubmann mit 68 Jahren verstorben

Pia ProdingerPia Prodinger
Henne legt goldenes Ei vor Hühnerstall und Trophäe
© Mit KI (Gemini) generiert

Der Gründer von „Toni's Freilandeier“ ist tot. Toni Hubmann starb im Alter von 68 Jahren. Er gilt als Pionier der Freilandhaltung in Österreich und prägte die heimische Landwirtschaft nachhaltig.

Toni Hubmann, der Begründer der Marke „Toni's Freilandeier“, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Der gebürtige Steirer (Jahrgang 1957) hat die österreichische Landwirtschaft und Tierhaltung maßgeblich verändert.

Vorreiter der Freilandhaltung

Bereits Ende der 1980er-Jahre setzte sich Hubmann für die Abkehr von der industriellen Käfighaltung ein – lange bevor Tierwohl und artgerechte Haltung zu gesellschaftlichen Themen wurden. Seine Vision: Legehennen den Auslauf ins Freie ermöglichen. Unter dem Motto „Essen ohne Käfig“ kämpfte er für tiergerechte Freilandhaltung.

Trotz Widerständen aus der Agrarpolitik und anfänglicher Skepsis im Handel etablierte er die Freilandhaltung im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel. Seine Hühnerställe galten zeitweise als die modernsten und artgerechtesten in Europa. Hubmann zeigte, dass Wirtschaftlichkeit und Ethik vereinbar sind – ein großer Teil der österreichischen Legehennenbranche folgte seinem Beispiel.

Auszeichnungen und Kritik

Für sein Engagement erhielt Hubmann zahlreiche Auszeichnungen: 2010 das „Goldene Ei“ von der Albert Schweitzer Stiftung und Compassion in World Farming, 2012 den „Trigos Austria“-Preis, 2015/2016 den Titel „Superbrand“. 2013 wurde er von der Tageszeitung Die Presse als „Österreicher des Jahres“ in der Kategorie Unternehmertum nominiert.

Mit seiner Kritik an der Agrarpolitik und der langen Stallpflicht für Bio-Hühner während der Vogelgrippe-Welle 2005 machte sich Hubmann nicht nur Freunde. Seine klare Haltung zeigte jedoch seinen Willen, notwendige Veränderungen anzusprechen.

Wirtschaftliche Turbulenzen

Spätere wirtschaftliche Schwierigkeiten und juristische Auseinandersetzungen rund um sein Unternehmen trafen Hubmann persönlich schwer. Seit 2018 führt die REWE Group die Marke als „Tonis Freilandeier“ weiter.

Toni Hubmann hinterlässt seine Ehefrau, sechs Kinder und fünf Enkelkinder.

Quelle: OTS

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