Torkwase Dyson zeigt erste Einzelausstellung in Österreich

Mathias FischerMathias Fischer
© Mit KI (Gemini) generiert

Die US-Künstlerin Torkwase Dyson stellt bis 24. Jänner im Kunsthaus Bregenz aus. In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Österreich präsentiert sie bemalte Skulpturen, dreidimensionale Gemälde und eine Stop-Motion-Animation.

Die multimedial arbeitende Malerin aus den USA beschäftigt sich in ihren Werken damit, wie Menschen – vor allem Schwarze Menschen in Nordamerika – Räume wahrnehmen, sich diese zu eigen machen und für ihre Selbstbestimmung einsetzen können. Das Kunsthaus Bregenz (KUB) zeigt nun ihre Arbeiten in verschiedenen Medien.

Schwarze Monolithen aus dem Bregenzerwald

Im Erdgeschoß beherrschen zwei große keilförmige Monolithen den Raum, die Dyson als „Hypershapes“ bezeichnet. Eine der Skulpturen erstreckt sich vom Boden bis zur Decke, die andere läuft spitz zu und endet knapp über dem Boden. Die beiden Objekte aus Pappelholz wurden im Bregenzerwald gefertigt. Die Künstlerin tränkte sie in mehrtägiger Arbeit mit schwarzer Lasur, sodass sich das Schwarz ins Material einschreibt – passend zur Schwere der behandelten Themen. Die Skulpturen stehen in Verbindung mit Dysons Beitrag zur laufenden Biennale Venedig, für die sie ebenfalls schwarze, dort jedoch scheibenförmige Elemente in derselben Technik schuf.

Arbeiten direkt an der Wand vollendet

Mehrere der in Bregenz gezeigten Werke vollendete die Künstlerin erst vor Ort, bereits an der Wand hängend. „Ich hatte hier die Möglichkeit, mit dem Raum und mit dem Licht zu arbeiten“, erklärte die aus Chicago stammende und in New York lebende Künstlerin am Donnerstag bei einer Presseführung. Dadurch könnten ihre Arbeiten auf die Architektur des Zumthor-Baus reagieren und ihre geometrischen Formen in den Raum hineinwirken lassen. KUB-Direktor Thomas D. Trummer sieht darin „etwas ganz Spezifisches“, das unmittelbar an den Ort angepasst wurde.

Wasserwege und Sternbilder in Blau und Schwarz

Im obersten, von Tageslicht durchfluteten Geschoß des KUB leuchten mehrere großformatige Gemälde in Blau- und Schwarztönen. Die unbetitelten Acrylbilder zeigen laut Dyson Abstraktionen von Wasserwegen und Orten, die Schauplätze kolonialer Traumata waren. Gleichzeitig erinnern sie an Sternbilder, die Menschen auf der Flucht in die Freiheit seit jeher zur Orientierung nutzten. Unbestimmtes und zufällig Entstandenes steht bei Dyson im Gegensatz zu organisierten Linien, die begrenzen, abteilen und einschränken.

Ausgestellt sind zudem rechteckige und runde Werke aus der Gemäldeserie „Bird and Lava“, die aus zahlreichen Schichten Acryl und Tinte in Schwarz und Blau bestehen. Teilweise sind Baumwollfäden in die Arbeiten eingearbeitet.

Machtverhältnisse in Architektur und Geografie

Die studierte Soziologin untersucht in verschiedenen Medien, wie herrschende Machtverhältnisse in Architektur und Geografie – entstanden aus Sklaverei, Kolonialismus und Kapitalismus – bis heute in gesellschaftliche Strukturen und Prozesse einwirken und wie sich historische Geschehnisse in Orte einschreiben. Deutlich wird das in ihrer namenlosen, auf den Boden projizierten Stop-Motion-Animation, die im zweiten Obergeschoß ganz in Schwarz-Weiß eine abstrahierte Geschichte von Werden und Vergehen, Verdrängen und Weichen, Freiheit und Repression erzählt.

Die Ausstellung wurde am 16. Oktober eröffnet und läuft bis 24. Jänner. Weitere Informationen sind unter www.kunsthaus-bregenz.at verfügbar.

Quelle: APA

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