Tourismus-Digitalisierung: 1.000 Betriebe gecoacht

Ein grenzüberschreitendes EU-Projekt hat die digitale Qualität von Tourismusbetrieben in Oberösterreich und Ostbayern deutlich verbessert. Rund 1.000 Betriebe erhielten individuelle Coachings zur Online-Sichtbarkeit.
Das im Jahr 2023 gestartete Projekt "Digitalisierungsoffensive Ostbayern-Oberösterreich" hat nach drei Jahren einen messbaren Qualitätsschub bei touristischen Betrieben diesseits und jenseits der Grenze erreicht. Das im Rahmen des EU-Förderprogramms INTERREG Bayern-Österreich 2021-2017 finanzierte Vorhaben zielt darauf ab, digitale Kompetenzen touristischer Leistungsträger zu stärken, die Online-Buchbarkeit zu erhöhen und Angebote grenzüberschreitend besser auffindbar zu machen.
Digitalisierung als strategisches Ziel
In der oberösterreichischen Landes-Tourismusstrategie 2030 ist die Digitalisierung fest verankert. "Smart, Digital und Innovativ" gilt als übergreifendes Handlungsprinzip für die Weiterentwicklung des Tourismus im Bundesland. Das Ziel: den Innovationsgrad der Tourismus- und Freizeitwirtschaft erhöhen, digitale Kompetenzen in regionalen Tourismusverbänden sowie bei Betrieben und Angebotsträgern stärken und vorhandene Daten besser nutzbar machen.
Vier Meilensteine entlang der Customer Journey
Die Digitalisierungsoffensive setzt direkt bei den touristischen Betrieben an und reicht bis zum Gast. Sie spannt einen Bogen entlang der gesamten Customer Journey – vom Beginn der Urlaubsplanung über die Online-Buchung bis zum Aufenthalt vor Ort. Im Mittelpunkt stehen vier konkrete Meilensteine.
Meilenstein 1: „Digi-Check" mit CENTOURIS/Uni Passau – wissenschaftliche Analyse von Sichtbarkeit, Buchbarkeit und digitalem Auftritt touristischer Betriebe, daraus abgeleitete Verbesserungsbereiche.
Meilenstein 2: E-Coachings für rund 1.000 Betriebe zur Steigerung von Online-Sichtbarkeit und -Buchbarkeit, ergänzt durch E-Learning-Plattform und Informationsveranstaltungen zur Vernetzung.
Meilenstein 3: Professionelle Foto- und Videoproduktion – hochwertiges, regionsspezifisches Material für Websites, Buchungsplattformen und Social Media.
KI-Reisebegleiterin Freeda entwickelt
Meilenstein 4 ist Freeda, die digitale Reisebegleiterin für Oberösterreich und Ostbayern. Sie macht aus den umfangreichen touristischen Informationen der Destinationen ein persönliches Service für Gäste.
Die Reisebegleiterin nutzt ausschließlich geprüfte, laufend aktualisierte Inhalte von TOURDATA (Oberösterreich) und mein.toubiz (Ostbayern) – die KI ordnet und gewichtet im Hintergrund das Angebot nach Gästeangaben und erstellt individuelle Empfehlungen.
Freeda ist anpassbar an Regionen, Orte und Betriebe: Hotels können sie etwa in Reservierungsbestätigungen einbinden, Regionen in ihren digitalen Auftritt integrieren – der Gast erhält so Empfehlungen passend zu Interessen, Reisezeitraum und Standort.
Wissenschaftliche Begleitung belegt Fortschritte
CENTOURIS (Uni Passau) begleitete die Digitalisierungsoffensive wissenschaftlich: Erst Status-quo-Erhebung bei über 5.300 Betrieben in Ostbayern/Oberösterreich (Sichtbarkeit, Webseiten-Qualität, Buchbarkeit, Vernetzung), dann Vergleich gecoachter vs. ungecoachter Betriebe im zweiten Check.
Ergebnis: deutliche Fortschritte bei Online-Buchbarkeit und Gästekommunikation. OÖ: Echtzeitbuchbarkeit +19 Prozentpunkte auf 43 %, plus Zuwächse bei Social Media und Nachhaltigkeitsinfo. Auch ostbayerische Betriebe verzeichneten starke Zuwächse bei buchungsrelevanten Funktionen.
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