Train- und Carsurfing: Lebensgefährliche Mutproben

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Jugendliche klammern sich bei über 180 km/h an Züge oder Autos – ein lebensgefährliches Verhalten, das sie trotz der Risiken ausüben. Oft geht es dabei um Anerkennung bei Gleichaltrigen, so eine Jugendforscherin, so der ORF.

Das Phänomen ist sinnlos und birgt höchste Lebensgefahr: Beim Train- oder Carsurfing halten sich junge Menschen bei Geschwindigkeiten von mehr als 180 km/h außen an fahrenden Zügen oder Autos fest. Sie wissen um die tödlichen Risiken – dennoch tun sie es. Erst am 21. Juli 2026 stürzte ein 19-Jähriger von einem Auto.

Anerkennung in unsicherer Lebensphase

Hinter dem riskanten Verhalten steckt häufig der Wunsch, bei Gleichaltrigen Eindruck zu machen, erklärt Elena Hammer, Jugendforscherin an der FH Joanneum. Im Jugendalter funktioniere das Gehirn anders als bei Erwachsenen, Risikoverhalten werde unterschiedlich bewertet. Zugleich sei diese Lebensphase von großer Unsicherheit geprägt.

„Jetzt haben wir eben ein Verhalten, durch das wir relativ einfach Anerkennung erhalten können“, so Hammer. Durch solche Aktionen könnten Jugendliche schnell Aufmerksamkeit erlangen.

Soziale Medien machen Risiken sichtbarer

Studien, die eine durch soziale Netzwerke gesteigerte Risikobereitschaft bei Jugendlichen belegen, existieren nicht. Allerdings sei das Verhalten durch Plattformen wie TikTok oder Instagram deutlich sichtbarer geworden – und zwar für Eltern, Medien und andere Jugendliche gleichermaßen.

Für manche erhöhen diese Plattformen die Bereitschaft, gefährliche Dinge vor der Kamera zu tun. Die Mehrheit der Jugendlichen lehne solche Aktionen jedoch ab, betont Hammer. Während einige sagen würden „Das war cool, das will ich auch machen!“, denke sich die überwiegende Mehrheit: „Oh mein Gott! Sicher nicht! Das mache ich niemals in meinem Leben.“

Mutproben gab es schon immer

Dass ältere Generationen die Jugend als besonders risikobereit wahrnehmen, sei kein neues Phänomen. Auch früher habe es Herausforderungen gegeben – sie seien nur nicht „Challenges“ genannt worden, sondern Mutproben. TikTok-Challenges und ähnliche Phänomene in sozialen Medien seien im Grunde also nichts Neues, so die Forscherin.

Quelle: https://steiermark.orf.at/stories/3363609/

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