Trenker zeigt Gasteiger-Werke in Wiener Neustadt

Der Unternehmer und Kunstsammler Werner Trenker eröffnet am Mittwoch eine umfassende Schau mit Arbeiten des Malers Jakob Gasteiger im Museum St. Peter an der Sperr. Die Ausstellung läuft bis 1. November.
Werner Trenker, der heuer mit einem Vienna Art Award der Wiener Wirtschaftskammer ausgezeichnet wurde, präsentiert ab 3. September eine große Ausstellung mit Werken von Jakob Gasteiger in Wiener Neustadt. Zuletzt sorgte der Unternehmer und Kunstsammler mit einer Ausstellung von Kreuzarbeiten Arnulf Rainers im Wiener Stephansdom für Aufsehen, die er auch gegen den Willen des Künstlers realisierte.
Seit etwa 15 Jahren sammelt Trenker leidenschaftlich Kunst und besitzt mittlerweile mehr als 1.500 Kunstwerke. Darunter befinden sich prominente österreichische Positionen wie Hermann Nitsch, Arnulf Rainer und Markus Prachensky. Die Mehrheit der insgesamt 71 Exponate, die bis 1. November im Museum St. Peter an der Sperr zu sehen sind, stammt aus seiner Sammlung. Die übrigen Werke stellte der Künstler selbst zur Verfügung.
Räume der Wahrnehmung
Jakob Gasteiger, geboren 1953 in Salzburg, lebt in Wien und im Weinviertel. Trenker und seine Lebenspartnerin Sonja Zsolnai-Kasztler entwickelten gemeinsam Idee und Konzept der Schau. Im dazu erschienenen Katalogbuch schreiben sie, Gasteigers Werke würden dem Betrachter weder eine unmittelbare Interpretation eröffnen noch eine Geschichte erzählen. Stattdessen würden sie Räume der Wahrnehmung schaffen, die sich bei jedem Betrachten verändern.
Schröder als Kurator
Kuratiert wurde die Ausstellung von Klaus Albrecht Schröder. Als Generaldirektor der Albertina zeigte er 2021 die Schau „Jakob Gasteiger. Post-Radikale Malerei“. Nun übernahm er nicht nur Auswahl und Hängung, sondern setzte sich in einer umfangreichen Analyse mit dem Werk des Künstlers auseinander. Gasteiger schafft mit der Kamm-Rakel charakteristische Bilder und zählt seit langem zu den wesentlichen Positionen der österreichischen Gegenwartskunst.
Das Museum befindet sich in einem profanierten Kirchengebäude, das nach der NÖ Landesausstellung 2019 für einen dauerhaften Museums- und Ausstellungsbetrieb adaptiert wurde. Dort ist auch eine „Himmelsleiter“ der Künstlerin Billi Thanner als Dauerleihgabe von Werner Trenker zu sehen.
Zwischen Malerei, Relief und Objekt
Schröder schreibt, der Betrachter blicke nicht in ein Bild hinein, sondern auf ein Objekt. „Die Oberfläche scheint zu pulsieren, in konzentrischen oder elliptischen Schwingungen auf- und abzulaufen. Das Auge folgt diesen Bögen wie einem grafischen Echo einer körperlichen Geste“, so der Kurator. Er ortet beim Betrachten eine Schwebezone zwischen Malerei, Relief und Objekt und betont den installativen Charakter der Zusammenstellung, die über die traditionelle Hängung von Bildern weit hinausgehe.
In einem Punkt irre Schröder jedoch, heißt es: Er schreibe, dass sich Gasteigers Werk wie kaum eine andere Kunst der Reproduktion widersetze. Die Katalog-Fotos von Michael Nagl, der die reliefartigen Strukturen und die Leuchtkraft der gewählten Farben herausragend zur Geltung bringe, würden ihn widerlegen. Schröder halte dennoch ein Plädoyer für einen persönlichen Augenschein. Die Schau ist bis 1. November im Museum St. Peter an der Sperr geöffnet.
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr. Ein zweisprachiger Katalog, herausgegeben von Werner Trenker, umfasst 140 Seiten (ISBN 978-3-9506236-3-5). Weitere Informationen unter www.museum-wn.at.
Quelle: APA
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