Trockenheit lässt Obst- und Gemüseernte einbrechen

Hitze und Dürre haben heuer massive Schäden in der heimischen Obst- und Gemüseproduktion verursacht. Die Landwirtschaftskammer und der Branchenverband melden Ernteausfälle von bis zu 40 Prozent.
Die extreme Trockenheit hat heuer nicht nur Acker- und Weinbau zugesetzt, sondern auch die Obst- und Gemüsebauern schwer getroffen. Wie die Landwirtschaftskammer Österreich und der Branchenverband für Obst und Gemüse (ÖBOG) mitteilen, liegt das Minus im Obstbau bei rund 30 Prozent. Im Gemüsebau fallen die Verluste noch drastischer aus: Hier wird durchschnittlich mit 40 Prozent weniger Ertrag gerechnet.
Besonders hart hat es einzelne Kulturen erwischt. Bei Chinakohl und Kraut betragen die Ausfälle in manchen Regionen bis zu 50 Prozent. Zwiebeln und Karotten verzeichnen laut den Bauernvertretern Einbußen von rund 25 Prozent. Bei Salaten und Kohlgemüse konnten gute Herbsterträge die hohen Sommerverluste teilweise ausgleichen.
Geschützter Anbau leidet unter Extremtemperaturen
Im Gemüsebau unter Glas und Folie sei die Situation „schwierig, aber etwas besser, als befürchtet“, so der Branchenverband. Zwar lassen sich Klima und Bewässerung im geschützten Anbau gezielter steuern, doch bei Temperaturen über 30 Grad stellen die Pflanzen ihr Wachstum ein.
„Besonders der Tomatenanbau wurde dadurch im Juli und August stark beeinträchtigt, was weiterhin nachwirkt“, erklärte ÖBOG-Obmann Manfred Kohlfürst. Bei Gurken, Paprika und Melanzani seien die hitzebedingten Ausfälle im Herbst teils ausgeglichen worden. Vergleichsweise gute Preise bei Frischgemüse hätten die geringeren Erntemengen teilweise abgefedert.
Apfelernte um ein Drittel geschrumpft
In der Steiermark wird heuer mit einer Apfelernte von rund 90.000 Tonnen gerechnet, österreichweit mit etwa 130.000 Tonnen. Laut aktueller Prognose liegt die Apfelernte damit rund 35 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
„Die heurige Ernte zeigt deutlich, wie stark die Obst- und Gemüseproduktion unter den Auswirkungen des Klimawandels leidet“, so Landwirtschaftskammer-Österreich-Chef Moosbrugger. Wasser werde „immer mehr zur Schlüsselfrage für unsere Lebensmittelproduktion“.
Forderung nach Investitionen in Bewässerung
Um den Gemüse- und Obstanbau besser abzusichern, fordern Moosbrugger und Kohlfürst gezielte Investitionen in Bewässerung, Wasserspeicher, Hagelschutz, widerstandsfähige Sorten und leistbare Versicherungslösungen. Für die stark gestiegenen Bewässerungskosten der Landwirte brauche es rasche und unbürokratische Unterstützung.
Tiefkühlgemüse besonders betroffen
Ein Sorgenkind der Branche ist der Bereich Tiefkühlgemüse. Das niederösterreichische Ardo-Tiefkühlwerk, das im Sommer 2027 geschlossen werden soll, ist laut Schätzungen für 80 Prozent der heimischen Tiefkühlgemüseproduktion verantwortlich. Rund 500 Gemüsebauern sind Zulieferer für das Werk.
Die geplante Schließung hat bereits unmittelbare Auswirkungen auf die Landwirtschaft im Marchfeld. Der Herbstanbau von Tiefkühlspinat für die Ernte im kommenden Frühjahr wurde nicht durchgeführt. Saatgut sei geordert worden und liege nun bei den Bauern beziehungsweise der Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG), sagte Karl Auer, Obmann des NÖ-Gemüsebauverbandes (NGV), kürzlich. Bei Spinat, Grünerbsen, Edamame und Gewürzkräutern für die Tiefkühlproduktion ist aufgrund der Hitze im Sommer der Ertrag mindestens um 30 Prozent niedriger.
Quelle: APA
Worüber spricht Gänserndorf morgen?
Kostenloses News Briefing aus deiner Region – jeden Morgen um 6 Uhr.
Mit der Anmeldung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.