Trockenheit lässt Orgeln in Oberösterreich verrücktspielen

Pia ProdingerPia Prodinger
© Mit KI (Gemini) generiert

Der heiße Sommer hat zahlreichen Orgeln in Oberösterreich zugesetzt. Filigrane Holzteile reagierten auf die extreme Trockenheit – Tasten blieben hängen, Töne erklangen von selbst. Bei jeder zehnten Orgel müssen nun technische Schäden behoben werden, so der ORF.

Die Orgel der Kirche Maria Rast in Steinerkirchen am Innbach (Bezirk Grieskirchen) ist verstimmt. Organistin Josefine Minimayr berichtet von massiven Problemen: „Ich habe die Orgel eingeschaltet, probiert und sie ist nicht gegangen. Es sind keine Töne mehr die Töne gewesen, die vorher waren.“ Register hätten zu pfeifen begonnen, Tasten seien ausgefallen – ohne dass jemand sie berührt habe.

Holzteile reagieren auf Klimastress

Nahezu alle Orgeln in Oberösterreich waren betroffen. Die Trockenheit setzte vor allem den filigranen Holzteilen zu und brachte große Messen und Konzerte in Gefahr. Christian Kögler, Orgelbauer aus St. Florian (Bezirk Linz-Land), beschreibt die Folgen: Tasten bleiben hängen, Ventile schließen nicht mehr richtig, und die Instrumente spielen von selbst.

Bei manchen Orgeln hat sich das Problem durch feuchteres Wetter inzwischen von allein gelöst. Doch bei gut jeder zehnten Orgel müssen technische Schäden repariert werden. Kögler erklärt, dass das Holz nun auf die Trockenheit eingestellt sei. Solange es nicht noch trockener werde, sollte das Instrument für längere Zeit wieder funktionieren.

Holz bleibt unverzichtbar

Gefährdete Holzteile durch klimarobustere Materialien zu ersetzen, kommt für die Verantwortlichen kaum in Frage. Siegfried Adlberger, Orgelreferent der Diözese Linz, vergleicht die Situation mit wertvollen Instrumenten wie Klavieren oder Geigen. Diese könne man nicht aus Sperrholz bauen – man müsse einen Kompromiss finden.

Raumklima als Schlüsselfaktor

Das Raumklima in den Kirchenräumen wird immer wichtiger, um die Instrumente funktionsfähig zu halten. Adlberger betont, dass nachts gelüftet werden müsse. Tagsüber sollten die Fenster geschlossen bleiben – niemals bei Sonnenschein öffnen, wenn es draußen heiß sei. Eine weitere Maßnahme sei die Ausstattung der Kirchen mit automatischen Fensteröffnern und -schließern.

Auch bei vielen Glocken müssen derzeit die hölzernen Aufhängungen überprüft werden. Wie hoch die Kosten für die Instandsetzungen landesweit ausfallen, lässt sich noch nicht abschätzen. Man hoffe aber, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein.

Bei der Orgel in der Kirche Maria Rast zeigen die ersten Reparaturen bereits Wirkung. Organistin Minimayr ist zufrieden: „Besser als vorher klingt es auf jeden Fall.“ In den kommenden Monaten werden Fachleute alle Register ziehen, damit die Instrumente in trockenen Sommern keine Probleme mehr bereiten.

Quelle: https://ooe.orf.at/stories/3372982/

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