Trockenheit schwächt Fichten und fördert Borkenkäfer
Die Borkenkäfergefahr in Österreichs Wäldern hat sich deutlich verschärft. Hitze und Trockenheit der vergangenen Wochen schwächen die Bäume massiv und beschleunigen gleichzeitig die Vermehrung der Schädlinge.
Die Lage in den heimischen Wäldern bleibt angespannt. Wie Gernot Hoch vom Institut für Waldschutz berichtet, zeigen zahlreiche Monitoringfallen in ganz Österreich weiterhin hohe Flugaktivität der Buchdrucker. Mit erheblichem Befallsdruck sei zu rechnen.
In tieferen Lagen steht die zweite Generation des heurigen Jahres kurz vor dem Abschluss oder ist bereits fertig entwickelt. Diese Käfer fliegen nun aus und suchen neue Wirtsbäume für die Eiablage. In höheren Lagen ist die Entwicklung der zweiten Generation noch im Gange.
Trockenheit schwächt Abwehrkräfte massiv
Die ausfliegenden Käfer treffen auf Fichten, deren Abwehrkraft aufgrund der Trockenheit stark geschwächt ist. Perioden mit andauernder Trockenheit im Sommer wirken häufig als Auslöser für hohe Borkenkäferschäden, so der Experte.
Heuer ist die Trockenheit wesentlich ausgeprägter als in den Vorjahren. Die extreme Hitze verschärft die Situation zusätzlich. Das witterungsbedingte, erhöhte Risiko betrifft die meisten Regionen in Österreich.
Rechtzeitige Entfernung befallener Bäume entscheidend
Die wichtigste Maßnahme bleibt die Identifikation frisch befallener Bäume und deren rechtzeitige Entfernung. Nur wenn Gegenmaßnahmen gesetzt werden können, bevor sich eine Massenvermehrung aufbaut, haben sie Aussicht auf Erfolg. Kommt es einmal zu massivem Stehendbefall, lässt sich kaum mehr gegensteuern.
Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sollten ihre Fichtenbestände kontrollieren und bei Befall rasch reagieren. Befallene Bäume müssen entnommen werden. Vermieden werden sollte alles, was die Anfälligkeit gegenüber Borkenkäfer erhöht – etwa das Schaffen neuer Bestandesränder oder offener Stellen, wenn dies nicht aufgrund von Bekämpfungsmaßnahmen nötig ist.
Langfristige Folgen für Österreichs Wälder
Der Buchdrucker wird in den Tieflagen für einen weiteren Rückgang des Fichtenanteils sorgen. In den Hochlagen, wo die Fichten auch unter Klimawandelbedingungen gute Bedingungen vorfinden, wird das Buchdruckerrisiko aufgrund besserer Entwicklungsbedingungen hoch sein. Integriertes Borkenkäfermanagement ist daher notwendig für die Waldbewirtschaftung.
Eine Erhöhung der Vielfalt an Baumarten sowie in der Altersverteilung tragen dazu bei, die Gefährdung von Waldbeständen für Buchdruckerbefall gering zu halten. Dies gilt sowohl auf Bestandes- als auch auf Landschaftsebene.
Borkenkäfer-Dashboard unterstützt bei Früherkennung
Mit dem Borkenkäfer-Dashboard stehen wesentliche Informationen für das Borkenkäfermanagement zur Verfügung. Das Modell PHENIPS berechnet die potenzielle Entwicklung anhand meteorologischer Messdaten. Karten zur Klimatischen Wasserbilanz und zum Klimatischen Dürreindex geben Auskunft über die potenzielle Wasserversorgung. Karten zur Anfälligkeit von Beständen und Standorten zeigen die räumliche Verteilung unterschiedlich gefährdeter Bereiche.
Das Borkenkäferrisiko wird hoch bleiben. Wo und wie stark es zu Stehendbefall kommen wird, lässt sich laut Hoch nicht vorhersagen.
Quelle: https://www.stoswald.com/Trockenheit_erhoeht_Borkenkaefergefahr_in_Waeldern
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